Bauausschuss gegen Gewerbegebiet in Gießen-Lützellinden

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GIESSEN - (olz). Ein neues Gewerbegebiet an der L3054 in Lützellinden? Bereits in der vergangenen Wahlperiode hat sich die Stadtverordnetenversammlung dagegen ausgesprochen. Auf einen Antrag der CDU im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung hat es das Thema jedoch wieder zurück auf die Tagesordnung geschafft. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns noch mal damit beschäftigen müssen", sagte Michel Zörb von den Grünen am Dienstag in der Sitzung des städtischen Bauausschusses.

Einstimmig votierte das Gremium für den Antrag "Alle Äcker bleiben - keine weitere Flächenversiegelung in Lützellinden und Umgebung". Gestellt hatte ihn die neue Koalition aus Grünen, SPD und "Gießener Linke".

"Versiegelung verhindern"

In der Begründung ihres Papiers erinnern die Partner an die Lützellindener Proteste gegen ein neues Gewerbegebiet ab Sommer 2019. Alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung seien sich weitgehend einig gewesen, dass die "noch nicht erschlossenen Vorranggebiete für Industrie und Gewerbe in der Gemarkung Lützellinden im neuen Regionalplan nicht mehr aufgenommen werden sollten". Im ersten Entwurf des Plans habe aber der Vorschlag einer neuen Gewerbefläche "Pfaffenpfad" gestanden, die über das Gewerbegebiet "Rechtenbacher Hohl" erschlossen werden solle. "Auf Antrag der CDU-Fraktion im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung Mittelhessen wurde die Fläche 'Pfaffenpfad' im Entwurf etwas verkleinert, auf der anderen Seite der L3054 allerdings erneut eine Fläche vorgeschlagen." Die Versiegelung solch hochwertiger Ackerflächen wie in Lützellinden und Umgebung sei unbedingt zu verhindern, so der Koalitionsantrag.

Konkret heißt es darin, dass "angesichts der Klimakrise und damit einhergehender vermehrter Hitze- und Trockenperioden ertragsreiche und -sichere Ackerböden wie in Lützellinden und Umgebung unbedingt für eine landwirtschaftliche Nutzung und damit die lokale Versorgung mit Nahrungsmitteln erhalten bleiben müssen." Eine Überbauung und Versiegelung sei nicht mit dem Ziel der Klimaneutralität der Stadt Gießen vereinbar.

Beschlüsse bekräftigen

Gemäß Antrag soll die Stadtverordnetenversammlung deshalb ihre Beschlüsse aus der vergangenen Wahlperiode bekräftigen. Zudem solle der Magistrat "alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um eine neuerliche Aufnahme von Vorranggebieten Industrie und Gewerbe in den Regionalplan Mittelhessen, wie die im Antrag der CDU-Fraktion im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung beschlossene Fläche entlang der BAB 45 und der L3054 in der Gemarkung Lützellinden und die Fläche 'Pfaffenpfad' in der Gemarkung Großen-Linden, zu verhindern." Nach der Zustimmung des Bauausschusses steht das Votum der Stadtverordnetenversammlung noch aus.

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