"Baustein zu einer Verkehrswende" in Gießen

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GIESSEN - (olz). Seit knapp zwei Jahren können Bedienstete der Stadtverwaltung das Jobticket nutzen. Bei einem monatlichen Eigenanteil von fünf Euro gilt es im gesamten RMV-Verbundgebiet. Ein Ziel: den Autoverkehr in der Stadt reduzieren. Auf Anfrage des Stadtverordneten Michael Janitzki von der "Gießener Linken" zieht Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz nun eine positive Bilanz.

"Nach nur einem Jahr Laufzeit haben bis Ende 2019 rund 60 Prozent aller Anspruchsberechtigten das Jobticket in Anspruch genommen. Der Magistrat wertet dies als überaus großen Erfolg", teilt die Sozialdemokratin schriftlich mit. Die hohen Nutzungszahlen bestätigten zugleich die Attraktivität des ÖPNV-Angebots in der Stadt. "Mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität im Jahr 2035 ist das Jobticket ein weiterer Baustein hin zu einer ökologisch-sozialen Verkehrswende", erklärt die OB. Der Magistrat plane, das Ticket gegenüber den Bediensteten weiterhin offensiv zu bewerben.

Neue Mitarbeiter

Vorstellbar sei auch eine gemeinsame Promotion-Aktion mit Unterstützung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. "Bereits jetzt werden alle neu eingestellten Beschäftigten auf das Jobticket hingewiesen und erhalten ein Antragsformular. Fast alle neuen Mitarbeiter nehmen das Jobticket ab Arbeitsbeginn in Anspruch", berichtet Grabe-Bolz. Daneben werde der Magistrat zusammen mit Stadtwerken und Rhein-Main-Verkehrsverbund auch nach der Corona-Pandemie den Öffentlichen Personennahverkehr in und um Gießen fördern. Dadurch könne der Anreiz für die Nutzung des Jobtickets weiter gesteigert werden.

In Zahlen: Am 30. September 2019 hätten 661 Beschäftigte das Ticket in Anspruch genommen, am 31. Dezember des Vorjahres 743 Beschäftigte und am 30. Juni 2020 739 Beschäftigte. Berechtigt waren Anfang 2020 nach Auskunft der OB 1273 Beschäftigte. Im Jahr 2019 entstanden der Stadt "Kosten in Höhe von 207 151, 70 Euro, und es wurden 40 115 Euro an Einnahmen erzielt", führt die Rathauschefin aus.

Darüber hinaus wollte Janitzki wissen, wie viele Beschäftigte der Stadtverwaltung in und außerhalb der Stadt wohnen. "Von den zurzeit circa 1310 Anspruchsberechtigten im Oktober 2020 haben 482 Beschäftigte ihren Wohnsitz im Stadtgebiet und 882 Beschäftigte außerhalb von Gießen", antwortet die Oberbürgermeisterin. Im Januar 2018 und im Januar 2020 hätten jeweils 16 Beschäftigte einen Parkplatz in der Tiefgarage des Rathauses gemietet. "Da es sich bei dem Parkhaus in der Roonstraße um ein privates Parkhaus handelt, liegen uns hierzu keine Angaben vor", resümiert Grabe-Bolz.

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