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»Bce bude dobre« - Alles wird gut

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Bei Friedensliedern und Ansprachen kamen die LLG-Schüler zu einer Kundgebung zusammen. © Spannagel

Gießen (jpa). Unter dem Motto »Selig sind, die Frieden stiften« ist die Schulgemeinde des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums (LLG) anlässlich des Kriegs in der Ukraine zusammengekommen. Die Kundgebung galt seinen Opfern und war gegen die Politik Putins ausgerichtet. Mithilfe der Hilfsorganisation »GAiN« sollen zudem Hygieneartikel an die Bevölkerung gespendet werden.

Einige Redebeiträge und die Schulband bildeten den Rahmen.

»Wir sind in einer anderen Welt aufgewacht. Und für die Ukraine ist der schlimmste Albtraum Wirklichkeit geworden«, so Cornelius Mann, Schulpfarrer des LLG. Angesichts der Lage rief er dazu auf, für die Werte Freiheit, Frieden und Demokratie einzustehen. Die ihnen innewohnende Hoffnung war auch das Thema in den Liedbeiträgen - »Where is the Love«, »Blowing in the Wind« und ein ukrainisches Lied namens »Bce bude dobre«, was auf Deutsch »Alles wird gut« heißt. Letzteres sang Anastasia Ruppel. Die Schülerin aus dem 11. Jahrgang hat, wie viele ihrer Mitschüler, selbst ukrainische Wurzeln und erzählt, wie es einer Freundin in dem Land geht. Diese müsse »tags schlafen«, da es nachts nicht sicher sei und einzukaufen gebe es auch nichts. Zudem seien auch viele Kinder verwundet, so die 16-Jährige. »Wir wollen keinen Krieg haben«, fordert sie.

Der Ukraine durch einen »hohlen Pazifismus« abzusprechen, gegen den Angriffskrieg Putins vorzugehen, sei jedoch, so Cornelius Mann, zynisch. Stattdessen rief er dazu auf, freiheitliche Werte hochzuhalten und zusammenzustehen. Außerdem müsse es darum gehen, die Hoffnung hochzuhalten. Um dieser einen materiellen Ausdruck zu geben, werden nun eine Woche lang Hygieneartikel gesammelt, die die Hilfsorganisation GAiN« in die Ukraine bringt. »Wir können alle etwas dafür tun, dass es den Leuten wieder besser geht«, so Schulsprecherin Eva Seyfaldin. Sie rief außerdem ihre Mitschüler dazu auf, sich über den Krieg zu informieren. In einem Spannungsfeld befinden sich überdies jene Schüler, die einen russischen Migrationshintergrund haben, so Mann. Oftmals seien deren Eltern Befürworter Putins, was im Kontrast zu einer solchen Kundgebung stehe. Zugleich wies er in seiner Rede jedoch auf die rassistische Diskriminierung hin, die viele Russlanddeutsche jetzt durch den Krieg erfahren. Putin sei überdies nicht mit der Nation Russland und ihrer Bevölkerung gleichzusetzen. Des Weiteren sprachen noch der stellvertretende Schulleiter Gerson Kraft und Andriane Karzos, Referendarin für Geschichte und Ethik. Am kommenden Freitag werden dann die Hygieneartikel an GAiN übergeben.

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