Bedarf für Wohnungen für mittlere Einkommen in Gießen

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GIESSEN - (olz). Wohnraum ist gesucht in der Stadt, auch bei mittleren Einkommen. Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion Gießener Linke den Magistrat gefragt, ob die Vergabe von sozialem Wohnraum über den sogenannten Wohnberechtigungsschein II in der Stadt heute schon möglich sei. "Grundsätzlich ja, praktisch nein", antwortet Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

"Die Stadt Gießen wurde im Dezember 2020 in den Geltungsbereich der 'Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Bestimmung abweichender Einkommensgrenzen bei der Wohnraumförderung' aufgenommen", berichtet die Rathauschefin. Dies bedeute, dass in der Stadt im Rahmen der "Richtlinie des Landes Hessen zur sozialen Mietwohnraumförderung" nun auch der "Neubau von Mietwohnungen für Haushalte mit mittlerem Einkommen" förderfähig sei. "Diese Förderoption galt bislang nur für Kommunen aus dem Regierungsbezirk Darmstadt. Der Magistrat der Stadt Gießen und die Geschäftsleitung der Wohnbau haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder für eine Erweiterung der Förderoptionen eingesetzt", erläutert die Sozialdemokratin.

Die Wohnungen nach den neuen Regeln stünden nicht sofort zur Verfügung, sondern "müssen, wie bisher die Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen, zunächst geplant, zur Förderung beantragt, genehmigt und dann gebaut werden", erklärt Grabe-Bolz. Es sei vorgesehen, für diese Wohnungen ein eigenes kommunales Investitionsprogramm aufzulegen. "Damit ist die Erwartung verbunden, dass die Förderung insbesondere auch für die Bauherren von Interesse ist, die im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags eine Sozialquote zu erfüllen haben."

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