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Bedarf hat sich verändert

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Gießen (red). Seit Oktober 2016 gibt es für Gießen ein Wohnraumversorgungskonzept. Die Daten, auf dem das Papier beruht, stammen überwiegend aus einem Datenreader vom März 2015. Sie wurden in den Jahren zuvor erhoben, schreibt der Mieterverein und fordert den Magistrat deshalb auf, das Wohnraumversorgungskonzept zu aktualisieren. In der Begründung heißt es wie folgt:

»In den vergangenen Jahren sind in der Stadt auf dem freien Wohnungsmarkt viele neue Wohngebäude entstanden, meist mit hochpreisigen Eigentumswohnungen. Die Kaltmiete liegt fast immer deutlich über 10 Euro/qm. Für das untere Wohnungsmarktsegment stellte der Datenreader seinerzeit eine »sehr enge und angespannte Situation« fest. Das Wohnraumversorgungskonzept regt den Neubau von 1000 bis 1500 Wohnungen mit Sozialbindung vor. Obwohl die Stadt darauf reagiert und den Bau von 400 neuen öffentlich geförderten Wohnungen beschlossen hat, von denen die meisten aber noch nicht fertiggestellt sind, muss davon ausgegangen werden, dass die Versorgungssituation zwischenzeitlich nur unwesentlich besser geworden ist. Denn immer noch fallen mehr Sozialwohnungen aus der Preisbindung als neue hinzukommen.« Die Wartelisten bei den Wohnungsunternehmen, auf denen sich Menschen um eine für sie bezahlbare Wohnung bewerben, seien deshalb lang.

In der Evaluation müsse überprüft werden, wie sich der Bedarf in den verschiedenen Marktsegmenten verändert hat, fordert der Mieterverein. Das schließe auch die Frage ein, wie viele weitere Sozialwohnungen benötigt werden und welche Wohnungsgrößen vordringlich sind. Zudem sei zu klären, ob sich die Instrumente zur Steuerung der Wohnungsmarktentwicklung bewährt haben, etwa die Koordinierungsstelle Wohnen im Amt für soziale Angelegenheiten, die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle oder der »Runde Tisch Wohnungsmarkt« Gießen.

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