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Bedeutender Schritt für Naturschutz

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Auch das Wolfzentrum ist unter dem Dach des neuen hessischen Artenschutzzentrums angesiedelt. Symbolfoto: Bernd Thissen/dpa © Red

Um den Naturschutz in Hessen zu stärken, hat seit Anfang dieses Jahres ein neues Zentrum für Artenvielfalt seine Arbeit aufgenommen. Ein Teil hat seinen Sitz auch in Gießen.

Gießen/Wetzlar (dpa/red). Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat das Artensterben als »zweite große ökologische Krise« neben den Umweltfolgen des Klimawandels bezeichnet. Um den Naturschutz in Hessen zu stärken, hat seit Anfang dieses Jahres ein neues Zentrum für Artenvielfalt seine Arbeit aufgenommen. »Blühende Obstbäume, der Gesang der Nachtigall oder farbenprächtige Schmetterlinge - die Vielfalt der Natur von A wie Arnika bis Z wie Zwergfledermaus bereichert unser Leben. Es ist aber auch genau diese Vielfalt, die den Schutz der Natur zu einer komplexen Aufgabe macht und für die es großen Sachverstand braucht. Die Bündelung der Naturschutzexpertise kommt der Natur zu Gute und hilft gleichzeitig, Planungen für unvermeidbare Eingriffe von vorneherein naturschonend zu gestalten,« so Hinz.

Das Zentrum für Artenvielfalt mit sechs Dezernaten und insgesamt 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) angesiedelt. Es hat seinen Sitz derzeit in Gießen und Wetzlar. HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid: »Dies ist ein bedeutender Schritt für den Naturschutz in Hessen. Wir haben nun erstmals alle Arten und sämtliche dazugehörigen Daten unter einem Dach, auch die Vögel sind mit dabei. Wir werden im Rahmen des Lore-Steubing-Instituts die praxisorientierte Forschung ausbauen und uns gezielt und intensiv um besonders schützenwerte Arten kümmern. Das Zentrum für Artenvielfalt am HLNUG ist damit die neue starke Stimme für Biodiversität und Naturschutz in Hessen.«

Neben der Abteilung Naturschutz des HLNUG und dem Wolfszentrum werden im neu gegründeten Zentrum für Artenvielfalt auch die Staatliche Vogelschutzwarte und die Naturschutzakademie Hessen sowie eine wildbiologische Forschungsstelle zusammenarbeiten. »Wir schaffen mit dem Zentrum eine Institution, bei der alle Informationen über die Tiere und Pflanzen in Hessen zusammenlaufen«, betonte die Grünen-Politikerin. Mit gebündeltem Sachverstand würden so Verwaltung, Wissenschaft und Ehrenamt verzahnt.

Die Experten der verschiedenen Fachrichtungen wie Ornithologie, Vegetationskunde oder Wildbiologie sollen künftig enger zusammenarbeiten. Über eine Zusammenführung an einem neuen Standort sei noch nicht entschieden, teilte das Umweltministerium mit. Ministerin Hinz betonte allerdings, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum besonders im Blick sei. Im Laufe dieses Jahres wird das Personal um 5 weitere Stellen verstärkt

Weitere Informationen im Internet unter https://www.hlnug.de/themen/naturschutz

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