Beim Feiern an die Nachbarn denken

Gießen (red). Niemand hat einen gesetzlichen Anspruch darauf, bei Feiern in seiner Wohnung so richtig auf die Pauke zu hauen und die Nachbarn mit Lärm zu belästigen - auch nicht zu Silvester, erinnert der Mieterverein.

»Besonders in Mehrfamilienhäusern gilt zum einen das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme und zum anderen ab 22 Uhr per Gesetz die Nachtruhe«, betont der Gießener Vorsitzende Stefan Kaisers. »Es gilt das, was auch das ganze Jahr über gilt: Wer feiern will, muss an seine Nachbarn denken.« Allerdings sind die meisten Menschen zu Silvester verständnisvoll. Der Mieterverein spricht von einer »erweiterten Toleranzgrenze«.

Aber ein gutes Stück Einfühlungsvermögen ist schon angebracht und auch möglich. Wer Ruhe braucht, muss ja nicht unbedingt ein Feiermuffel sein.

Für Familien mit kleinen Kindern oder Hundebesitzer sind laute Partynächte ein Gräuel, vor allem, wenn sie erst früh am Morgen enden. Ihnen kann es schon helfen, wenn bei der Musikbeschallung nach 22 Uhr wenigstens die Bässe heruntergedreht werden. Ab etwa 1 Uhr sollte nur noch Zimmerlautstärke herrschen.

Gut ist es, die Nachbarn zu informieren, wenn eine größere Feier zu Silvester geplant ist. »Das ändert zwar nichts an der Gesetzeslage. Wer Bescheid gibt, darf dann auch nicht länger und lauter feiern. Aber die Nachbarn können sich darauf einstellen«, heißt es beim Mieterverein. Selbstverständlich sind Mieter, die eine Silvesterfeier ausrichten, für die Beseitigung der Spuren im und vor dem Haus verantwortlich.

Jeder hat seine Hinterlassenschaften von Feuerwerkskörpern, Flaschen, Korken und anderen Müll selbst zu entsorgen. Ist der Verursacher nicht bekannt, muss der Vermieter den Abfall auf und teilweise auch vor seinem Grundstück entfernen.

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