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Beinahe an einem besonderen Datum

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Auf 60 Jahre Ehe blicken Monika und Winfried Luh zufrieden zurück. © Jung

Gießen (kg). »Wenn wir das damals gewusst hätten, wäre unser Hochzeitstag um einen Tag vorverlegt worden«, scherzten Monika und Winfried Luh an ihrer Diamanthochzeit und schauten auf den 22.2.2022, an dem viele Ehen geschlossen wurden. »Wir sind glücklich und zufrieden mit dem, was wir haben.«

Gemeinsam stemmten die Diamanthochzeiter Beruf und Familie, blickten sie an ihrem Ehrentag, den sie mit Freunden und Bekannten im kleinen Kreis verbrachten, zurück. Winfried Luh kam in Roßbach vor der Höhe im Wetteraukreis zur Welt, wuchs aber in Gießen auf. Seine Eltern eröffneten 1936 einen kleinen Supermarkt und Winfried leitete ihn nach dem Besuch der Vogtschen Handelsschule und einer Ausbildung als Kaufmann.

Er bildete sich weiter und studierte an der Lebensmittelfachschule in Neuwied mit dem Abschluss Handelsfachwirt. Daran schloss sich eine Beschäftigung in einem großen Feinkosthaus in Frankfurt an. Der neu eröffnete Supermarkt, den Winfried Luh 1971 in Betrieb nahm, war etwas ganz Besonderes. Lange Jahre betrieb »Winni« mit Erfolg sein eigenes Geschäft mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern. Doch damit nicht genug: Zehn Jahre führte er die heutige »Käseglocke« am Lindenplatz.

Bis zu seinem 80. Lebensjahr belieferte er kleine Lebensmittel-Servicestationen in den Bad Nauheimer Rehakliniken. Immer unterstützt von seiner Ehefrau Monika.

In der Milchbar kennengelernt

1958 lernte sich das Paar in der ehemaligen Milchbar, wo sich viele junge Menschen zum ersten Mal begegneten, kennen, ein Jahr später verlobte sich das Paar. Und ließ dann noch drei Jahre ins Land gehen, um sich in der Pankratiuskirche das Ja-Wort zu geben. Mit Mädchennamen Buchberger kam Monika im Riegelpfad zur Welt. Den Plan, Schneiderin zu werfen, verwarf sie ziemlich schnell. Doch ihr Faible für Mode führte sie zu einem ähnlichen Beruf, sie erlernte den Beruf der Verkäuferin bei Stoffe Bernard in der Plockstraße.

Monika brachte sich daneben selbst bei, mit Nadel und Faden umzugehen, schneiderte sich Kleider und Accesscoirs. Später unterstützte sie ihren Mann im Geschäft. Kulturreisen zählen zu ihren Leidenschaften, bereist wurden schon Syrien, Oman und Iran. Fernreisen stehen auch noch auf dem Plan der Freizeitaktivitäten vom Ehepaar Luh. Am Edersee verbringen sie zudem gerne schöne Tage.

Monika Luh walkt täglich und geht jede Woche zur Gymnastik beim 1. SC Sachsenhausen. Früher, als die beiden Söhne, einer lebt und arbeitet in Frankfurt als Amtsanwalt, der andere als IT-Manager am Ammersee, noch zu Hause wohnten, war die ganze Familie viel draußen in der Natur unterwegs, wenn es das Geschäft zuließ. Heute ist die Familie um zwei Enkel reicher. Luhs treten kürzer, machen aber mit Freude das, was noch geht. Bei Spaziergängen durch »ihr« Gießen freuen sich »Winni« und Monika, dass es ihnen (meistens) gut ergangen ist im Leben.

Bei all dem bewegten Leben spielt für den Diamanthochzeiter der Sport eine große Rolle. Leichtathletik und Rasenkraftsport beim MTV 1846 Gießen nennt er seine Vorlieben. In diesem Jahr steht das 22. goldene Sportabzeichen an. Luh nahm sogar einmal an einem Marathon teil. Das Fahrradfahren zählt zu seinen Aktivitäten, auch auf dem Rennrad tobt er sich aus.

Das Diamanthochzeitspaar wohnt heute dort, wo früher der modernste Supermarkt des Viertels stand. Monika und Winfried verbringen viel Zeit im Garten, einem kleinen Idyll mit hohem Erholungswert. Die offiziellen Glückwünsche überbrachte Stadträtin Gerda Weigel-Greilich, Pfarrer Peter Willared gratulierte für die Stephanus-Gemeinde.

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