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Beratungsbedarf auch in Pandemie sehr hoch

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Marburg (red). Trotz Pandemie suchten auch im vergangenen Jahr viele Menschen Hilfe beim »Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus«. Insgesamt wurden 214 Beratungsfälle - zehn davon im Landkreis Gießen - dokumentiert, was einen leichten Rückgang gegenüber 2020 (280) bedeutete. Dafür stieg die Zahl der Bildungs- und Präventionsveranstaltungen auf 122 an.

Das teilt das zuständige, an der Philipps-Universität-Marburg ansässige Demokratiezentrum Hessen als Fach-, Koordinierungs- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen mit.

Das vom Land Hessen und vom Bund geförderte Netzwerk berät Opfer von rechter Gewalt, Schulen, Eltern, Familienangehörige, Kommunen, Vereine und andere Betroffene in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus und bietet eine breite Palette von Bildungs- und Präventionsmaßnahmen an.

Hass und Hetze

Laut der Jahresbilanz waren Anlässe für Beratung auch 2021 hauptsächlich Gewalt und Bedrohungen rassistischer und rechtsextremistischer Art. Auffällig war eine gestiegene Nachfrage nach Beratungen und Präventionsveranstaltungen im Kontext Bedrohung und Beleidigung von kommunalpolitisch Verantwortlichen. Zugenommen haben auch antisemitische Hassrede, Hetze und Agitation. Beide Anstiege waren zum Großteil begründet im zunehmenden aggressiven Auftreten verschwörungsideologischer Gruppierungen und Einzelpersonen während der Pandemie, heißt es. Insgesamt verschob sich auch 2021 Pandemie-bedingt - wie schon im Jahr zuvor - ein Großteil der Arbeit des Beratungsnetzwerks in den virtuellen Raum.

Beratung suchten neben anderen 97 Betroffene und Einzelpersonen, 26 pädagogische Fachkräfte an Allgemeinbildenden Schulen oder Berufsschulen, vier Schüler/Studierende und drei Personen aus akademischen Einrichtungen, 16 Verwaltungsmitarbeiter und 17 Personen aus zivilgesellschaftlichen Initiativen ebenso 13 Politiker sowie 29 Mitarbeiter von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe.

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