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»Beschäftigte der Behindertenhilfe nicht vergessen«

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Gerade auch in den Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe wird wichtige Arbeit geleistet. Lebenshilfe/D. Maurer © Red

Gießen (cnf). »Es gibt keinen Grund, warum Beschäftigte der Behindertenhilfe erneut keine Corona-Prämie erhalten sollen. Sie wurden von der Politik schon 2020 schlicht vergessen, nun soll sich das wiederholen. Das ist ein Skandal, auf den wir als Lebenshilfen in Gießen, Marburg, Dillenburg, Limburg, Wetzlar-Weilburg und Wetterau erneut gemeinsam aufmerksam machen und nach dem Bund nun das Land Hessen zum Einlenken auffordern«, erklären die Vorstände und Geschäftsführungen Dirk Oßwald (Gießen), Roland Wagner, Horst Viehl (beide Marburg), Dr.

Oliver Schmitzer, Dirk Botzon (beide Dillenburg), Elisabeth Gerheim, Frank Strotmann (beide Limburg), Thomas Bauer (Wetzlar-Weilburg) und Thomas Mächtle (Wetterau) in einer Pressemitteilung. Die Sprecher der sechs Lebenshilfen vertreten über 4000 betroffene Mitarbeiter und betreuen über 7000 Menschen mit Behinderung in der Region, viele davon rund um die Uhr.

Durch Pandemie stark belastet

Ihren Appell richteten die Chefs der Sozialverbände bereits im Januar an die Bundespolitik, die kürzlich eine Corona-Prämie als Pflege-Bonus in Höhe von bis zu 3000 Euro abermals nur für Mitarbeitende in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen beschlossen hat. »Tatsächlich hatte unser Appell und der anderer Verbände gefruchtet, Kabinett und Koalition in Berlin haben sich mit dem Thema beschäftigt und politischen Willen gezeigt. Es stellte sich aber heraus, dass für die Finanzierung der Behindertenhilfe die Bundesländer zuständig sind«, heißt es weiter.

Deshalb würden Ministerpräsident, Sozialminister und die Fraktionen im hessischen Landtag eindringlich darum gebeten, »die vielen tausend Beschäftigten der Behindertenhilfe in Hessen nicht erneut zu vergessen und ihnen ebenfalls analog der Bundesregelungen einen Corona-Bonus zukommen zu lassen«. Die Corona-Pandemie habe die Beschäftigten in der Behindertenhilfe mindestens so stark belastet wie deren Kollegen in der Alten- und Krankenpflege, weil ihre Klienten vielfach die Maßnahmen und Einschränkungen oft nicht verstehen und entsprechend reagieren. Für Wohnstätten, Werkstätten, Tagesförderstätten und Frühförderstellen gelten bis heute zudem extreme Einschränkungen, die die Arbeit zusätzlich körperlich und psychisch belasten. »Unser Personal war und ist auch in der vierten Welle maximal gefordert. Zusätzlich zur Pandemie ist dieser Bereich extrem durch den Fachkräftemangel betroffen. Viele Stellen sind unbesetzt. Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am oder über dem Limit«, mahnen die Geschäftsführer.

Für die Vorstände der mittelhessischen Lebenshilfen besteht kein Zweifel: »Wir wissen, was unser Personal tagtäglich leistet! Unsere Einrichtungen und Dienste sind in jeder Hinsicht mit Altenpflegeheimen vergleichbar, deshalb fordern wir die gleiche Anerkennung durch die Politik.«

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