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Besonderes Klassentreffen

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Von Schulleiter Markus Koschuch (li.) ließen sich die ehemaligen Schüler 50 Jahre nach ihrem Abschluss durch die Alexander-von-Humboldt-Schule führen. Foto: Smat © Smat

Humboldts Büste und ein Vollgummibällchen: Beim Klassentreffen der 10bR, die 1972 ihren Abschluss an der Alexander-von-Humboldt-Schule in Gießen machte, kamen viele Erinnerungen auf.

Gießen. Der Geistesblitz kommt Martina Deutsch an einem ungewöhnlichen Ort - nämlich als sie im Uniklinikum Gießen in der MRT-Röhre liegt: »Es ist 50 Jahre her, dass wir unseren Abschluss gemacht haben. Du musst ein Klassentreffen organisieren.« Und genau das unternimmt die ehemalige Bankkauffrau, die 1972 an der Alexander-von-Humboldt-Schule ihren Abschluss gemacht hat.

Daraufhin habe sie herumtelefoniert, alte Nachbarn befragt und bis auf zwei alle Klassenkameraden aufspüren können. Drei waren leider bereits verstorben. »Das letzte Klassentreffen der 10bR liegt 30 Jahre zurück«, erklärt Deutsch ihre Motivation. Einen Termin festzulegen, sei nicht ganz einfach gewesen. Aufgrund einer Corona-Erkrankung hätten zwei Ehemalige kurzfristig absagen müssen. Insgesamt elf der ursprünglich 30 Absolventen hatten sich kürzlich zu einem gemeinsamen Mittagessen und einer Führung durch die Schule zusammengefunden.

Elf von 30

»Ich habe mich sehr über die Anfrage gefreut«, sagt Schulleiter Markus Koschuch. Er führt die Gruppe persönlich durch Gießens einzige Mittelstufenschule. »Ich bin gespannt, was sie so erzählen werden.« Und gleich bei der Begrüßung konnten die Besucher bestätigen, was Koschuch nur vom Hörensagen kennt: Früher stand tatsächlich eine Bronzebüste von Humboldt auf dem Gelände.

Nach einem Gruppenbild nach Vorlage eines alten Klassenfotos geht es schon zum ersten Klassenraum. »Ich weiß noch, wo ich gesessen habe«, erinnern sich die ehemaligen Humboldt-Schüler zurück und suchen sich genau diesen Sitzplatz. Die Gebäude seien alle dieselben wie früher, so Koschuch, trotzdem habe sich in der Zwischenzeit einiges verändert. »Manche von uns haben mit Schiefertafeln schreiben gelernt. Heute lernen die Kinder das auch auf einer Art ›Tafel‹, jetzt heißt das nur Tablet.«, meint Deutsch mit Blick auf die digitale Wandtafel.

Auch wenn vieles neu und anders ist, die alten Fliesen und Waschbecken in den Kunst- und Werkräumen sind dann doch noch vorhanden. Ebenso wie die »Frischluftfenster aus Knusperglas«, wie Koschuch die über 50 Jahre alten Fenster nennt, da diese nicht isoliert sind und sehr schnell brechen können.

Von Tafel zu Tablet

Als der Schulleiter vorschlägt, in den Archiven nach den Zeugnissen von damals zu schauen, da diese 50 Jahre lang aufgehoben werden müssen, wird das Angebot dankend abgelehnt. Daraufhin erinnert sich Peter Crombach, wie er einst mit einem Vollgummibällchen in der Schule gespielt hat und es damals konfisziert wurde. »Hätten Sie das noch?«, fragt er Koschuch scherzend, und alle fangen herzlich an zu lachen.

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Das Klassenfoto der 10bR entstand Anfang der 70er Jahre. Foto: privat © privat

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