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Bessere Kooperation gewünscht

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Die Barrierefreiheit im Stadttheater bleibt eines der Hauptthemen des Beirats. © Schäfer

Das Gremium traf sich zu seiner konstituierenden Sitzung, die erstmals auch von einem Schriftdolmetscher begleitet wurde, und formulierte seine Themen.

Gießen . Ines Müller, Leiterin des Amtes für soziale Angelegenheiten der Stadt Gießen, fand es »wirklich schön, dass da eine Gruppe mit sehr unterschiedlichen Mitgliedern und einer großen Vielfalt zusammengekommen ist«. Müller meinte damit den Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderungen, kurz Behindertenbeirat genannt, der sich jetzt zu seiner konstituierenden Sitzung zum Beginn der Legislaturperiode versammelt hatte. Der neue ehrenamtliche Sozialdezernent Francesco Arman leitete die Sitzung. Bei der Wahl der Vorsitzenden ergab sich, dass die bisherigen wiedergewählt wurden. Vorsitzender bleibt Sven Germann, der im Beirat den Blinden- und Sehbehindertenbund Hessen Bezirksgruppe Gießen/Oberhessen repräsentiert.

Germann zeigte sich nicht zufrieden mit dem Zusammenwirken von Beirat und Verwaltung in der letzten Amtsperiode. Daher sei es sein Wunsch, »dass sich die Zusammenarbeit mit der Stadt deutlich verbessert«. Weiter als seine Stellvertreterin agiert Martina Ertel von der Lebenshilfe. Neu gewählt wurde als Schriftführer Fabian Mirold-Stroh (Stadtverordneter der Grünen).

Neben der langjährigen Zusammenarbeit mit der Gebärdendolmetscherin Theresia Möbus für den Verein der Gehörlosen ist nun erstmals auch ein Schriftdolmetscher engagiert worden. Johannes Hoppe von »HörSchrift« war über eine Videokonferenz dem Beirat zugeschaltet und übersetzte das Gesprochene simultan in Schriftsprache, die über einen Internetlink abgerufen werden konnte. Anfängliche Schwierigkeiten mit der Technik ließen sich beheben, infolgedessen sich der Vertreter des Schwerhörigenvereins Gießen sehr zufrieden mit diesem zusätzlichen Service zeigte.

Bei der Themensammlung für die Arbeit des Beirates tauchten zu einem guten Teil alte bekannte Probleme auf. Beschäftigen wird man sich erneut mit als ungeeignet für behinderte Menschen angesehenen Ampelschaltungen und Straßenquerungen sowie mangelnder Barrierefreiheit im Fußverkehr.

Auch die Barrierefreiheit im Stadttheater ist etwas, bei dem sich anscheinend wenig tut. Zumindest, was den geforderten Aufzug für Gehbehinderte betrifft, bei dem als Gegenargument der Denkmalschutz ins Feld geführt wird. Jüngst fand im Stadttheater die feierlich Staffelübergabe des Oberbürgermeisteramtes an Frank-Tilo Becher statt, zu der auch der neue Behindertenbeauftragte Samuel Groß eingeladen war. Groß, der auf einen selbstfahrenden Rollstuhl angewiesen ist, war jedoch wegen der Gebäudebarrieren die Teilhabe nicht möglich.

Weitere Themen sollen sein: Inklusion an Schulen sowie barrierefreie Tourguides in der Tourist-Info. Beschäftigen will man sich ebenso mit der aktuellen Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes sowie des Kinderstärkungsgesetzes in der Stadt als auch mit der Verkehrsentwicklungsplanung. Als diesjährige Tagungstermine festgelegt wurden 17. März, 23. Juni, 15. September und 8. Dezember (jeweils 16.30 Uhr).

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