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»Bewuchs auf Wieseckseite bleibt«

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Die Variante 1b sieht vor, dass der Uferbewuchs (links) entfernt wird. Pflanzen sind nur in Buchten vorgesehen. Foto: Scholz © Scholz

Gießen. Am Ende geht es schnell: Mit den Stimmen der Koalition aus Grünen, SPD und Gießener Linke sowie der Freien Wählern entscheidet sich das Stadtparlament für die Sanierungsvariante 1b für den Schwanenteich. »Wir begrüßen diesen Grundsatzbeschluss heute«, sagt Melanie Tepe. Ein weiterer Aufschub der Arbeiten würde weitere Schäden am Uferweg des Gewässers bedeuten, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Gießener Linken.

Manchem geht das Ganze dann aber doch zu schnell. »Wir beantragen, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Die Vorlage kam zu spät«, beantragt Lutz Hiestermann. Der Fraktionsvorsitzende von Gigg+Volt kann sich damit am Donnerstag aber nicht durchsetzen. Die Bürgerinitiative »Rettet die Bäume am Schwanenteich« lädt am kommenden Montag um 19 Uhr in die »Anschlussverwendung« in der Grünberger Straße 22 ein. Dort soll über das weitere Vorgehen nach dem Parlamentsbeschluss beraten werden.

»Tragfähiger Kompromiss«

Diskussionen, Debatten, Demonstrationen: Seit Monaten polarisiert der Uferweg des Schwanenteichs in der Wieseckaue das politische Gießen. Aber mit »der Variante 1b haben wir einen tragfähigen Kompromiss zwischen einer technisch idealen Lösung und der Frage, wie wir den Baumbestand retten können, gefunden«, zeigt sich Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher in der Sitzung der Stadtverordneten überzeugt. Die zuständige Stadträtin Gerda Weigel-Greilich betont, dass mit dem Nachweis der Umsetzbarkeit von 1b nun die Variante 1a - kompletter Abriss und Neuaufbau des Dammes - gestrichen werden könne. Die Variante von Ingenieur Horst Dreier habe sich unter anderem wegen der Vorgaben des Denkmalschutzes als nicht umsetzbar erwiesen. Dass der Grundsatzbeschluss am Donnerstag erfolgen müsse, habe auch damit zu tun, dass weitere Fragen erst im Zuge der Ausführungsplanung beantwortet werden könnten. Zudem sei der Beschluss nötig, um weitere Fördermittel zu akquirieren. Mit ihrem Votum entscheiden sich Koalition und Freie Wähler dafür, dass »die Abdichtung des Dammes durch eine geringe Vorschüttung auf Seite des Schwanenteichs erfolgt. Die Verkehrssicherheit des Dammwegs wird unter Verwendung eines speziellen Geogitters mit einem teilweisen Neuaufbau des Wegeoberbaus wiederhergestellt. In dieser Variante könnte der Bewuchs auf der Wieseckseite erhalten bleiben, der Bewuchs auf der Seite Schwanenteich nicht. Diese Variante befindet sich in der Überprüfung bei einem Hersteller«, ist in der Vorlage nachzulesen.

»Prüfungen ergebnisoffen«

Es sei zu einfach, am Donnerstagabend zu dem Thema abzustimmen, meint Michael Oswald von der CDU. Denn es gelte, den Menschen die Sanierungsmaßnahmen zunächst zu erklären. Fraktionsvorsitzender Dominik Erb von der FDP wirft dagegen die Frage auf, ob man die flachen innerstädtischen Teiche überhaupt noch erhalten könne. »Ich will durchaus anerkennen, dass es mit 1b in die Richtung eines Kompromisses geht«, bringt sich Hiestermann in die Debatte ein. Bei der Bürgerveranstaltung habe sich dies noch nicht abgezeichnet. Es stelle sich jedoch die Frage, ob ein solcher Prozess wie jener zum Schwanenteich in der gewählten Form habe ablaufen müssen. Stattdessen plädiert Hiestermann für einen offenen Umgang. »Ich habe immer gesagt, dass die Prüfungen ergebnisoffen sind«, weist Weigel-Greilich die Kritik von Gigg+Volt zurück. Die Freien Wähler hielten den kompletten Neuaufbau grundsätzlich für sinnvoller, führt Fraktionsvorsitzender Heiner Geißler aus. Das Thema Uferweg werde die Stadt spätestens in zehn Jahren wieder einholen. »Das Gutachten hat gezeigt: Wenn der Damm nicht saniert wird, dann ist der Schwanenteich nicht zu halten«, bringt sich Fabian Mirold-Stroh von den Grünen in die Debatte ein. Auch als Koalitionsmitglied sei er der Auffassung, dass die Vorlage die Stadtverordneten »sehr spontan« - einen Tag vor der Sitzung - erreicht habe. Die SPD sei froh, dass man sich für die Variante 1b entschieden habe, unterstreicht Fraktionsvorsitzender Christopher Nübel. »Das ist ein öffentlicher Park. Deshalb brauchen wir einen begehbaren Damm«, fügt der Sozialdemokrat hinzu. Angesichts eines möglichen Bürgerbegehrens werde es zunächst keine Fällungen geben, so Weigel-Greilich. Abgefischt werde dieses Jahr.

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