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BI spricht sich für Bürgerbegehren aus

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Von: Rüdiger Schäfer

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Die Initiatoren der BI »Rettet die Bäume am Schwanenteich« - darunter mit Susanne Stoll bisher nur eine Frau - erhalten rote Rosen für ihr Engagement. Foto: Schäfer © Schäfer

Der von den Gießener Stadtverordneten getroffene Beschluss zur Sanierung des Spazierweges am Schwanenteich soll wieder »kassiert« werden. Nun müssen Unterschriften gesammelt werden.

Gießen (rsa). Dass sie mit dem gefundenen Kompromiss zur Sanierung des 600 Meter langen Spazierweges zwischen Schwanenteich und Wieseck nicht zufrieden sei, hatte die Bürgerinitiative (BI) »Rettet die Bäume am Schwanenteich« bereits tags darauf zu verstehen gegeben. Nach einem weiteren Treffen vom Montagabend ist nun klar: Es soll ein Bürgerbegehren gegen den Beschluss des Parlaments vom 6. Oktober angestrengt werden. Noch in dieser Woche fällt der Startschuss. Erinnert wurde dabei auch an einen Satz, den die zuständige Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich am Ende der Bürgerinformationsveranstaltung am 12. September gesagt habe: »Es ist die Verantwortung derer, die gewählt sind, zu entscheiden, welche der Varianten beschlossen wird. Und das muss von den Bürgern akzeptiert werden.« Viele der zahlreich erschienenen Bürger wollten das so nicht einfach hinnehmen; einige gründeten danach die Bürgerinitiative, um gegen dieses Unterfangen zu protestieren. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung habe ein Appell der Grünen-Politikerin geradezu sarkastisch geklungen: »Wir sollten heute einen Beschluss fassen, damit das Bürgerbegehren endlich loslegen kann.« Die Stadtverordneten votierten mit Koalitionsmehrheit und den Stimmen der Freien Wähler für die Variante, bei der auf der Seite zum Schwanenteich alle Bäume und Sträucher entfernt werden müssen.

Unter der Moderation von Klaus Hass wollte die BI nun die Weichen stellen. Von den rund drei Dutzend Anwesenden, darunter erstmals auch etliche jüngere Mitstreiter, erklärten sich fast alle bereit, sich in das Bürgerbegehren einzubringen und Unterschriften zu sammeln. Gerhard Keller sprach davon, »einen kleinen Erfolg« erzielt zu haben. »Den hätte es ohne uns, die BI, nicht gegeben.« Die bisherigen Initiatoren wurden mit roten Rosen bedacht.

Michael Janitzki beklagte, dass man nur einen der vier rund um den Schwanenteich gefassten Beschlüsse für das Bürgerbegehren berücksichtigen könne. Dies sei zwar dem Erfolg dieser Initiative geschuldet, um sich nicht zu verzetteln. Gleichzeitig bewertete er das Vorhaben einer mäandrierenden Wieseck im Bereich der Liegefläche des Freibades als »grotesk«. Dort müsse alter Baumbestand gefällt werden, damit die im Bereich des Schwanenteiches fast kanalisierte Wieseck einen geschlungenen Nebenlauf bekomme. Auch ein neuer Überflutungsdamm, der den alten ersetze, müsse bei dieser Maßnahme errichtet werden - nach Janitzkis Überzeugung handelt es sich »um hinausgeschmissenes Geld in Millionenhöhe«.

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