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»Für den Wissenstransfer unentbehrlich«: Prof. Michael Lierz, Dr. Alissa Theiß und Katrina Friese bei der Vorstellung des Sammlungsbandes.

Wissenschaftstransfer

Bildband verbindet Notwendiges mit Schönem

An der JLU in Gießen gibt es über 50 Sammlungen und Mediatheken. In dem neuen Bildband »Sachverstand« können nun allerlei Kuriositäten entdeckt werden.

Gießen. Antike Skulpturen, Korallen, Knochenpräparate, historische Vermessungsinstrumente, orthopädische Hufeisen und vieles mehr: Über 50 Sammlungen und Mediatheken gibt es an der Justus-Liebig-Universität. Da kann es schon mal passieren, dass Objekte in Vergessenheit geraten oder in Kellern verschwinden und kaum noch auffindbar sind. Um zu verhindern, dass wertvolle und einzigartige Schätze von der Bildfläche verschwinden, hat es sich die Sammlungskoordinatorin Dr. Alissa Theiß zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Sammlungen nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Rahmen dieses Projektes konnte sie nun gemeinsam mit dem ehemaligen Vizepräsidenten für Wissenschaftliche Infrastruktur, Prof. Michael Lierz, den Bildband »Sachverstand. Die Sammlungen der Justus-Liebig-Universität Gießen« herausgeben. Die darin enthaltenen eindrucksvollen Fotografien der einzelnen Objekte und Sammlungsgegenstände stammen von der Gießener Fotografin Katrina Friese, die auch Mitarbeiterin dieser Zeitung ist.

Erhältlich ist der Bildband ab dem 10. Januar 2022 im Uni-Shop zum Preis von 25 Euro. Ungefähr 30 Autorinnen und Autoren haben an dem Buch mitgearbeitet, unter ihnen die Herausgeberin selbst, Studierende, Sammlungsleiter und viele mehr. Um den Bildband auch einem internationalen Publikum zugänglich zu machen, gibt es Abstracts auf Englisch und auch die Bildunterschriften sind zweisprachig. »Die Sammlungen sind sehr heterogen, so auch die Artikel und die Beitragenden«, erklärt Alissa Theiß. Aus wissenschaftlicher Perspektive empfand sie es als besonders spannend, Objekte zu entdecken, die man vorher gar nicht zuordnen konnte und von deren Existenz niemand wusste. Als Beispiel fällt ihr ein Gegenstand aus der Modellsammlung des Mathematischen Instituts ein, das zunächst sehr unscheinbar schien, sich aber schließlich als Prototyp, also als ein Original, herausstellte.

Auch für die Fotografin Katrina Friese war die Arbeit mit den verschiedenen Sammlungen »beeindruckend, teilweise auch spannend«. Die Pathologie der Veterinärmedizin sei zum Beispiel etwas, das sie so zuvor noch nicht gesehen habe. Die Vielfalt der Sammlungen sei besonders eindrucksvoll gewesen: »Es war wie die Sendung mit der Maus«, lacht sie und erinnert sich auch an den Spaß, den das Team in der Spielesammlung hatte.

Die Idee zu dem Projekt stammt ursprünglich von Michael Lierz, der neben einem Überblick der verschiedenen Sammlungen auch die Rechtfertigung der dringend benötigten Stelle einer Sammlungskoordinatorin im Hinterkopf hatte. Mit dem Bildband, der anders als gewöhnliche Darstellungen von Sammlungen durch die einzigartigen Fotografien von Friese einen großen künstlerischen Aspekt hat, konnte »das Notwendige mit dem Schönen verbunden« werden, ist er sich sicher.

Alle Beteiligten freuen sich, dass das Projekt, das im April 2020 unter erschwerten Bedingungen aufgrund der Umstellung zur Online-Lehre und dem Hacker-Angriff auf das Uninetz der JLU, nun mit einem solchen Erfolg abgeschlossen werden konnte. »Es fühlt sich an wie Weihnachten«, meint Prof. Alexander Goesmann, Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur an der JLU, bei der Feier im kleinen Rahmen und bedankt sich auch nochmals herzlich bei den finanziellen Förderern, der Gießener Hochschulgesellschaft und der Sparkasse Gießen. Neben der repräsentativen Komponente werden Sammlungen auch aktiv von Studierenden in ihrer Arbeit eingesetzt, einen Überblick über alle vorhandenen Objekte zu bekommen ist also auch von großem wissenschaftlichen Nutzen.

Michael Lierz erklärt, dass Sammlungsbestände »auch für den Wissenstransfer, also die »begreifbare« Vermittlung wissenschaftlicher Themen, Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus der Universität in die Öffentlichkeit« unentbehrlich sind. »An dieser Vielzahl von Aufgaben und Einsatzgebieten wird deutlich: Sammlungen sind ein essenzieller Teil der wissenschaftlichen Infrastruktur der Universität.«

Der Bildband ist ab dem 10. Januar 2022 im Uni-Shop zum Preis von 25 Euro erhältlich. (https://www.uni-giessen.de/uni-shop). Eine Vorbestellung per E-Mail ist direkt bei Alissa Theiß möglich: sammlungskoordination@uni-giessen.de.

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