1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Bio-Gemüse aus eigenem Anbau

Erstellt:

Der Ernährungsrat Gießen richtet Parzellen für Hobbygärtner in Kleinlinden her. Eine Parzelle ist rund 30 Quadratmeter groß und versorgt bis zu drei Personen mit Bio-Gemüse.

Gießen. »Werde Gärtner:in im Krautfeld Kleinlinden« wirbt seit einigen Tagen ein kleines Schild vor einem Acker nahe des Ortseingangs in der Wetzlarer Straße. Der Ernährungsrat Gießen will auf der vorbereiteten Ackerfläche weitere Saisongärten eröffnen und hat jetzt mit der Werbeaktion für diese Gartenparzellen begonnen. Seit 2021 betreibt der Ernährungsrat Saisongärten in Gießen - Auf der Hardt und in Lützellinden sehr erfolgreich. Jede und jeder sollte die Möglichkeit haben, sein eigenes Gemüse zu ernten, steckt hinter der Idee des Ernährungsrates. Und so gibt es jetzt schon den dritten Saisongarten.

Brücke zwischen Bürgern und Politik

Der Ernährungsrat für die Stadt Gießen und die Region ist ein dauerhaft konstituiertes Gremium, das sich in Ernährungsfragen als Brücke und Schnittstelle zwischen Bürger*innen, der lokalen Ernährungswirtschaft und der Politik versteht.

Ernährung soll ein gewichtiges Thema in den gesellschaftlichen Diskussionen vor Ort sein. Der Ernährungsrat gibt zivilgesellschaftlichen, demokratischen und pluralistischen Positionen Stimme und politisches Gewicht. Er setzt sich für ein zukunftsfähiges, widerstandsfähiges, gerechtes, nachhaltiges und regeneratives Ernährungs- und Landwirtschaftssystem in der Stadt und Region Gießen ein.

Die Bepflanzung auf dem Acker in Kleinlinden muss noch erfolgen, das wird im kommenden Frühjahr sein. Dann sorgt der Ernährungsrat professionell für die Pächter der Parzellen vor und bringt zahlreiche Bio-Jungpflanzen in die Erde. Dazu gibt es eine große Blühfläche und eine Gründüngungsfläche. Geräte zum Gärtnern und Wasser stehen zur freien Verfügung bereit. Und so können Gärtnerinnen und Gärtner oder solche, die es noch werden wollen, nach der Saisoneröffnung Mitte Mai direkt loslegen.

In dem Gelände, das noch umzäunt wird, finden sich später Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch, Weißkraut, Rotkraut, Zuccini, Buschbohnen, Wirsing, Kohlrabi und Rote Beete. Kürbisse gibt es dazu und eine Blühfläche wird auch noch angelegt.

140 Euro Pacht, 400 Euro Ertrag

140 Euro kostet die Pacht für eine Parzelle, der Gemüsegarten ist rund 30 Quadratmeter groß und versorgt bis zu drei Personen. Nach Angaben des Ernährungsrats liegt im Durchschnitt der Erntewert bei über 400 Euro bestem Bio-Gemüse. In den Saisongärten steht ökologischer Anbau an höchster Stelle. Und deshalb stammt das gestellte Saat- und Pflanzengut aus ökologischer Erzeugung.

Es sind nur Bio-Pflanzen und Bio-Saatgut erlaubt. Nicht gestattet sind konventionelle Mineraldünger und chemischer Pflanzenschutz. Der Ernährungsrat stellt biozertifizierten Kompost und - wenn möglich - auch Festmist bereit.

Im Spätherbst werden die Saisongärten komplett abgeräumt und im nächsten Frühjahr wieder ackerbaulich bestellt und dann neu parzelliert. Die anfallenden Arbeiten erledigen die landwirtschaftlichen Betriebe Schnepp (Lollar) und Sames (Gießen-Lützellinden) und die Beschäftigungsgesellschaft IJB Gießen.

Weitere Informationen unter www.ernaehrungsrat- giessen.de.

Auch interessant