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Bis zu 380 neue Wohnungen

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Das dem Quartier seinen Namen gebende Kellertheater befindet sich längst an einem anderen Ort. Archivfoto: Mosel © Jasmin Mosel

Die Gießener Stadtverordneten befassten sich auf ihrer Sitzung auch mit dem »Kellertheaterquartier« und Mini-Solaranlagen.

Gießen . Freier Wohnraum wird in Gießen händeringend gesucht. Daher üben die im »Kellertheaterquartier« geplanten bis zu 380 neuen Wohnungen eine enorme Anziehungskraft aus. Noch aber befindet sich dieses etwa 3,3 Hektar große Areal, das früher die Heimat von US-Soldaten und ihren Familien war, erst im Planungsstadium. Ein weitere Hürde auf diesem Weg wurde am Donnerstagabend in der Stadtverordnetensitzung genommen. Einstimmig votierten dort die Fraktionen für den vom Magistrat vorgelegten Beschluss. Darin enthalten ist die nun erfolgte Erweiterung des für Wohnen wie auch Gewerbe vorgesehenen Mischgebiets um vier Flurstücke westlich der Einmündung Rödgener Straße/Monroestraße.

Baumfällungen

Entstehen sollen Wohnungstypen von einem bis zu fünf Zimmern und mit einem Mix aus maximal 15 Prozent Ein-Zimmer-Appartements und mindestens zehn Prozent familiengerechten Wohneinheiten. Mindestens 20 Prozent des gesamten Wohnungsbestands werden, wie es auch vertraglich festgehalten werden soll, sozial gefördert beziehungsweise mietreduziert sein. Die Bauweise der neu entstehenden Gebäude reicht von vier bis sechs Geschossen. Einzelhandel-Verkaufsflächen sind ebenfalls geplant, dürfen jedoch nicht größer als 400 Quadratmeter sein.

Dass der Investor schon jetzt ziemlich massiv in den Baumbestand eingegriffen hat, kommt bei der Fraktion Gigg+Volt nicht gut an. So wollte der Stadtverordnete Johannes Rippl bereits Mitte März wissen, wie viele Bäume bis dahin gefällt wurden. Der Antwort des Magistrats von Ende April ist zu entnehmen, dass es zu jenem Zeitpunkt »105 Bäume unterschiedlichster Arten und Stärken« waren.

Eine weitere Änderung des Bebauungsplans, die in diesem Fall auf gemeinsamen Antrag der Koalitionsfraktionen erfolgte, betrifft Solaranlagen und Dachbegrünung. Wie der Stadtverordnete Michel Zörb (Grüne) ausführte, soll nun »eine maximale Belegung von Dachflächen mit Solaranlagen« erlaubt sein. Womit man dem Bauherrn gleichzeitig »mehr Flexibilität« ermögliche. Außerdem solle hier »erstmals eine innovative Dachbegrünung umgesetzt werden«. Geht es nach Zörb und seinen Mitstreitern, wird eine solche Begrünung »bei allen zukünftigen Bebauungsplänen« enthalten sein. Dies alles sei schon allein deshalb notwendig, um die Ziele auf dem Weg, Gießen bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu bekommen, zu erreichen. Die ergänzte Magistratsvorlage zum Quartier wurde schließlich einstimmig ohne Gegenstimme oder Enthaltung verabschiedet.

»Balkonkraftwerke«

Für eine andere Variante von Solaranlagen machte sich bei der Sitzung Christine Wagener von der CDU stark, und zwar für »Balkonkraftwerke«. Die Stadt sollte die Anschaffung solcher Mini-Solaranlagen für den Balkon durch Privatpersonen fördern, beantragte sie stellvertretend für ihre Fraktion. Diese Förderung sollte 25 Prozent der Anschaffungskosten betragen und maximal 250 Euro. Im Haushalt 2023 seien hierfür Mittel in Höhe von 25 000 Euro vorzusehen. In der Begründung des Antrags machen die Christdemokraten deutlich, dass »nur ein entschlossenes Vorgehen hilft, die Klimaschutzziele zu erreichen«. Dennoch stimmten nur CDU und Gigg+Volt für den Antrag. Letztere Fraktion beantragte ihrerseits, der Magistrat möge ein Konzept für ein Beratungsangebot zu Mini-Solaranlagen und eine damit verbundene Werbekampagne erarbeiten. Darüber hinaus solle er sich beim Netzbetreiber dafür einsetzen, die Anmeldung solcher Anlagen zu vereinfachen. Doch auch dieser Antrag scheiterte.

Die Ablehnung der Förderung von »Balkonkraftwerken« begründete Bürgermeister Alexander Wright (Grüne) zum einen damit, dass jährlich höchstens 125 Euro Energieeinsparung zu erwarten seien. »Stattdessen sollte man besser mehr Fernwärme-Anschlüsse schaffen«, schlug er vor. Zudem seien manche Steckdosen für den Anschluss derartiger Anlagen aus Sicherheitsgründen technisch ungeeignet, wollte Wright herausgefunden haben.

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