Verkaufsverbot

Böllerverbot in Gießener Innenstadt

Der zweite Jahreswechsel in der Pandemie dürfte auch in Gießen still werden. Feuerwerk ist nicht gestattet. Das Ordnungsamt rechnet mit einem ruhigen Silvester, aber die Polizei verstärkt ihre Präsenz.

Gießen. Der zweite Jahreswechsel in der Pandemie steht an und es dürfte erneut ein stiller Start in ein hoffentlich besseres neues Jahr werden. Zusätzlich zum bundesweit Feuerwerkverkaufsverbot hat der Landkreis noch eine Allgemeinverfügung für belebte Orte in Gießener Stadtgebiet verhängt- »Zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus« heißt es in der mittlerweile 35. Allgemeinverfügung zur Pandemie dürfen an bestimmten hoch frequentierten öffentlichen Orten im Stadtgebiet zum Jahreswechsel keine Feuerwerkskörper und Böller, die aus dem Ausland nach Gießen gefunden hat, oder etwaige Restbestände aus den Vorjahren abgebrannt werden.

Zu diesen bestimmten Orten gehören der Berliner Platz, der Marktplatz, der Kirchenplatz, der Bahnhofsvorplatz, der Platz vor dem Uni-Hauptgebäude, der Ludwigsplatz, der Brandplatz, der Landgraf-Philipp-Platz, das Kloster Schiffenberg sowie der Innenstadtbereich innerhalb des Gießener Anlagenrings nebst weiteren Flächen.

Die entsprechenden Plätze und Straßen wurden nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre festgelegt. Es handelt sich dabei um Orte, an denen es in früheren Silvesternächten häufig zu Menschenansammlungen gekommen war.

Ziel der Regelung sei es, die mit dem Zünden von Feuerwerk verbundene Ansammlung von Menschen zu verringern, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Damit solle einer Überlastung des öffentlichen Gesundheitssystems durch Verletzte aufgrund des Abbrennens von Feuerwerk sowie durch Infektionen mit dem Coronavirus aufgrund von Menschenansammlungen an publikumsträchtigen öffentlichen Orten entgegengewirkt werden.

Die 35. Allgemeinverfügung, die am 31. Dezember in Kraft tritt, ergänzt die bestehende 34. Allgemeinverfügung. Darin hatte die Stadt Gießen lediglich den Fokus auf Einkaufszentren und Fußgängerzonen gelegt, für die ab einer Landkreis-Inzidenz von über 350 an drei Tagen in Folge das Tragen einer medizinischen Maske vorgeschrieben ist.

Sollte dieser Schwellenwert der sogenannten Hotspot-Regelung überschritten werden, gilt für einige der vorab aufgelisteten Orte neben dem Feuerwerksverbot ebenfalls ein Alkoholverbot.

Die Polizei kündigte auf Nachfrage an, in Gießen auch in diesem Jahr zu Silvester starke Präsenz zu zeigen, »damit die wichtigen Corona-Bestimmungen zum Infektionsschutz auch rund um den Jahreswechsel eingehalten werden«. Auch das Feuerwerksverbot an publikumsträchtigen Orten im öffentlichen Raum, würden Polizeikräfte verstärkt kontrollieren. Die Erfahrungen der vergangenen Monate hätten aber gezeigt, dass die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verantwortungsvoll und besonnen mit den notwendigen Corona-Regeln umgegangen sei, sagte Polizeipressesprecherin Sabine Richter. Auf dieses solidarische Verhalten der Bürger baue die Polizei in Gießen. »Uns liegen derzeit keine konkreten Hinweise auf unerlaubte Silvesterveranstaltungen für viele Personen vor. Nichtsdestoweniger sind die Kollegen zu erhöhter Sensibilität angehalten.« Keine besonderen Einsätze kündigte Ordnungsamtsleiterin Gerda Weigel-Greilich an. »Ich bin mir ziemlich sicher sein, dass das Party-Geschehen auch mangels Angeboten überschaubar bleibt. Das hätten die Erfahrungen des vergangenen Jahres gezeigt. Mehr Sorgen bereiten der grünen Stadträtin Demonstrationen sogenannter Querdenker: »Ich hoffe, dass diese Szene im nächsten Jahr nicht größer wird.«

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