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»Bringt uns einen Schritt voran«

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In Verlängerung des Jobcenters entsteht das Gebäude der Hessischen Lehrkräfteakademie. © Schäfer

Das Bahnhofsumfeld in Gießen verändert sich. Perspektivisch soll ein Fernbusbahnhof entstehen.

Gießen. Seit Jahren verändert das Bahnhofsumfeld zwischen Gleisen und Lahnstraße sein Gesicht. Nächster Schritt auf diesem Weg ist die Ansiedlung der Hessischen Lehrkräfteakademie, deren Gebäude 2024 bezugsfertig sein soll. Ein Blick in den maßgeblichen Bebauungsplan zeigt jedoch, dass es sich um einen wichtigen Zwischenschritt handelt. Wesentlicher Kern der städtebaulichen Entwicklung in dem Gebiet ist der Bau eines Fernbusbahnhofs. »Entsprechend den Zielen der Rahmenplanung sollen auf dem südlichen Güterbahnhofareal, aufgrund seiner Zentralität und Gegenlage zum Gießener Hauptbahnhof, Nutzungen des ÖPNV angesiedelt und ausgebaut werden. Kernpunkt ist die Anlage eines Fernbusbahnhofs an der Lahnstraße«, steht in der Begründung des Bebauungsplans. Derzeit befassen sich die Stadtverordneten mit dem Papier.

Neuer Vorplatz abgeschirmt

Nächster Halt: Gießen. Während der Zug langsam in den Bahnhof gleitet, fällt der helle Bau des Jobcenters ins Auge. Erst vor wenigen Jahren fertiggestellt, bildet er ein zentrales Element der städtebaulichen Planung in dem Gebiet. Denn in der Begründung des Bebauungsplans ist nachzulesen, dass »der geplante Fernbusbahnhof als neuer Bahnhofsvorplatz durch eine mehrgeschossige Bebauung zur Bahn hin abgeschirmt und räumlich gefasst werden soll«.

Die Lehrkräfteakademie markiert als Nachbar des Jobcenters den Schlusspunkt dieser räumlichen Einfassung. So soll sie aussehen: »Der Bürokomplex besteht aus zwei kombinierten Bauformen. Zum einen aus einem zweigeschossigen rechteckigen Sockelbereich mit den Abmessungen 52,32 mal 23,97 Meter und zum Anderen aus einem U-förmigen fünfgeschossigen Volumen, ab dem zweiten Obergeschoss aufgesetzt. Die Geschossigkeit des Bürokomplexes besitzt somit sieben Vollgeschosse plus Tiefgarage mit einem Bruttorauminhalt von 34 633,83 Kubikmetern«, erläutern »Feldmann Architekten« in ihrem Vorhaben- und Erschließungsplan. Das Gebäude werde Büro-, Tagungs- sowie Verwaltungsflächen beherbergen und Platz für 200 Mitarbeiter bieten.

Eine Besonderheit des Komplexes: Mit der »Integration des Ausgangs der geplanten Verlängerung der Personenunterführung in den Bau der Lehrkräfteakademie kann die Realisierung der verlängerten Unterführung zur Lahnstraße vorangebracht werden. Dies wiederum dient auch der Vorbereitung des geplanten Fernbusbahnhofs und der Optimierung der örtlichen Busverkehre«, heißt es weiter. »Allerdings wird es nicht gelingen, diese Verlängerung zeitgleich mit der Lehrkräfteakademie zu realisieren«, spricht Gerda Weigel-Greilich eines der aktuellen Probleme an. Derzeit geht die Bahn davon aus, dass die Verlängerung bis Ende des Jahrzehnts umgesetzt werden könnte.

Verlängerung der Unterführung

Die Koalition aus Grünen, SPD und Gießener Linken hat deshalb einen Antrag auf den Weg gebracht. Darin wird der Magistrat beauftragt, im »Einvernehmen mit dem Bauherren vertraglich sicherzustellen, dass die Verlängerung der Bahnunterführung auch nach Fertigstellung des Neubaus realisiert werden kann. Dies betrifft insbesondere die Außenanlagen, die für die notwendigen Tiefbauarbeiten zur Verfügung gestellt werden müssen. Sollte dies einer Errichtung der geplanten Radabstellanlagen nach Stellplatzsatzung entgegenstehen, wird empfohlen, diese in der Tiefgarage einzurichten«. Die Verlängerung ist wichtiger Baustein für die Erschließung des Güterbahnhofareals und damit für den neuen Busbahnhof.

Er werde mittelfristig nötig, weil »am Bahnhofsvorplatz keine Erweiterungsmöglichkeiten für den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) bestehen«. Die Verkehrsdichte des öffentlichen Verkehrs erfordere langfristig eine Entlastung der Bahnhofstraße. Deswegen sollen auf dem Fernbusbahnhof auch Halteanlagen und Einrichtungen für den Linienverkehr generell und nicht nur ausnahmsweise zulässig sein, so die Begründung. Der Bahnhof ermögliche zudem eine leistungsfähige Anbindung der Fernbuslinie über die Lahnstraße an das überörtliche Verkehrsnetz sowie an Bahn und Linienbusse. Der Gestaltung des Fernbusbahnhofs als attraktivem Stadtplatz komme dabei eine erhebliche Bedeutung zu.

Zudem verweist Weigel-Greilich darauf, dass durch die Entwicklung rund um den Busbahnhof ein Dienstleistungszentrum entsteht. Neben Jobcenter und Lehrkräfteakademie umfasse es zukünftig unter anderem den geplanten Lern- und Erinnerungsort sowie die Jugendherberge. Beide sollen ihren Platz in der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung im Meisenbornweg finden. »Wir sind sehr zufrieden mit der Entscheidung für den neuen Standort der Lehrkräfteakademie. Sie bringt uns einen Schritt voran«, betont die Stadträtin von den Grünen.

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