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Bühne statt Weltherrschaft

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Plant im Sommer eine etwas andere Stadtführung durch Gießen: der Komiker und Entertainer Peter Schomber. © Schomber

Spaßmacher Peter Schomber aus Treis startet heute sein Comeback nach fast zehn Jahren Bühnenabstinenz. Und hat schon weitere Pläne.

Gießen/Lollar. Nach fast zehnjähriger Bühnenabstinenz kehrt der Entertainer Peter Schomber, der im Gießener Raum seit den 90ern durch »Die große Rudolph-Wießmann Show«, oder »Mahoney und Santini« bekannt war, mit einem neuen Soloprogramm ins Scheinwerferlicht zurück. Warum? »Weil mein Blödsinn einfach aus dem Kopf muss und ich mir meine Rente aufbessern möchte,« schmunzelt der Endfünfziger, der in seinem Programm «#schomberwelten« unter anderem über sein gescheitertes Erlangen der Weltherrschaft spricht, seinen größten Schatz präsentiert oder mit den Punkten abrechnet. Heute Abend hat Schombers neues Programm seine Premiere auf dem Kirchberg bei Lollar.

Weltherrschaft hat nicht geklappt

Dabei sind nicht die unbeliebten Strafpunkte in Flensburg gemeint, sondern die allgegenwärtigen »Payback-« und »Treuepunkte«, die einem bei jedem Einkauf hartnäckig verfolgen. Mit einem Bühnencomeback hatte der studierte Medienpädagoge Schomber schon länger geliebäugelt, zunächst machte auch ihm aber Corona einen Strich durch die Rechnung. Die Zeit nutzte er, um weiteres Material zu sammeln und teilweise auf seinem Youtube-Kanal »Russian Penguin Show« zu veröffentlichen. »Dort sind eher die schrägen und experimentellen Nummern zu finden.« Doch in der digitalen Welt fühlt sich der Komiker nur bedingt wohl. »Ich finde es schwer, durch Videos meinen Humor zu vermitteln. Ich muss vor Leuten stehen und den direkten Kontakt haben, dann blühe ich auf.«

Außerdem interessiert den in Treis lebenden Mittelhessen, ob seine Art von Humor nach einem Jahrzehnt noch zeitgemäß ist, oder mittlerweile andere Anforderungen an einen Comedian gestellt werden. »Eines meiner Fachgebiete sind Fake-News. Kann man dort noch Ironie und Sarkasmus pflegen? Wie weit darf ich gehen? Oder haben die Menschen durch den real existierenden Wahnsinn genug davon, sind sie gesättigt?«

Neben seinem Soloprogramm hat Schomber für den Sommer eine »etwas andere Stadtführung« geplant. Die Stadt lebe von seinen merkwürdigen Gebäuden und Anekdoten darüber. »Ich werde diese beiden Zutaten mit einer Art Utopie vermischen und so einen ganz anderen Blick auf Gießen und seine Sehenswürdigkeiten werfen, etwa was die Kongresshalle oder das Elefantenklo betrifft.«

Doch zunächst steht die Premiere von #schomberwelten an. Für diese und zwei weitere Aufführungen muss die Bühne auch nicht groß ausfallen. »Klein und fein« ist das Motto. Als Location für seine Comeback-Shows hat sich der Unterhaltungskünstler, der sein Geld lange Jahre als Beleuchter im Stadttheater verdient hat, »Inges Hof« in Lollar auserkoren. »Ich bin auf jeden Fall voller Vorfreude und hoffe einige alte bekannte Gesichter wiederzusehen. Wenn alles gut geht, war das vielleicht nur der Startschuss und ich mache mich wieder ein wenig breiter im schönen Mittelhessen.«

Der Startschuss für Schombers neues Programm fällt am heutigen Freitag um 19.30 Uhr auf dem Kirchberg bei Lollar. Der Abend ist ebenso wie die weiteren Termine am morgigen Samstag und am Sonntag ausverkauft.

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