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Büroarbeit gegen Gartenarbeit getauscht

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Nicht nur alte Sitzgelegenheiten brachten die Helfer wieder in Schuss, Tucker spendete auch zwei neue Bänke für das Seniorenzentrum der Awo. Foto: Smat © Smat

Gießen. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Albert-Osswald-Hauses werfen durch die Fenster neugierige Blicke auf das Geschehen im Hof. Dort sind eine Frau und zwei Männer zugange, die sich anlässlich der »Weltweiten Service-Woche« (Global Week of Service) von Tucker GmbH Stanley Engineered Fastening freiwillig zur Gartenarbeit in dem Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Gießen gemeldet haben.

Auf der Tagesordnung steht, mehreren Sitzbänken einen neuen Anstrich zu verpassen. Auch konnten dank einer Spende des Unternehmens zwei neue Bänke gekauft werden, die ebenfalls aufgebaut werden. Während der Aktionswoche können Arbeitnehmer ein Projekt wählen, an dem sie mitwirken möchten.

Für Michael Turba, Maschineneinrichter, ist die Teilnahme ganz selbstverständlich. »Ich habe da gar nicht lange überlegt. Wenn mich andere fragen, ›wieso machst du das?‹, dann antworte ich nur ›Ja, warum net?‹"

»Wir brauchen Bänke ohne Ende«, sagt Kornelia Steller-Nass, Freiwilligen-Koordinatorin der Awo Gießen. Denn Bänke seien nicht nur Begegnungsort und böten Platz für ein Pläuschchen. Während der Pandemie hätte viel Programm für die rund 200 Bewohnerinnen und Bewohner nach draußen verlegt werden müssen, so auch Konzerte. Dafür würden Sitzgelegenheiten benötigt. Die Bänke stünden ganzjährig auf dem Gelände und würden zu allen Jahreszeiten ausgiebig genutzt. »Im Winter sitzt man auch im Mantel da«, beschreibt Steller-Nass. Einige der Bänke seien wetterbedingt in Mitleidenschaft gezogen worden. Diese sollen wieder in Schuss gebracht werden. Das heißt: sauber machen, abschleifen, neu streichen, mit einer Plakette versehen.

»Wichtig ist auch ein Perspektivwechsel für die Mitarbeiter«, führt Steller-Nass an. Für Silvia Berger, die sich bei Tucker/Stanley um die Finanzen kümmert, ist das auch ein Grund, bei der Aktion mitzumachen. »Es ist ein guter Kontrast zum Arbeitsleben am Schreibtisch.« Für Ralf Hofmeier, der als Vertriebsleiter tätig ist, ist das Projekt eine Chance, »das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden«. Einen festen Zeitplan gibt es nicht. »Wir wollen Arbeitsergebnisse haben und so viel wie möglich schaffen«, sagt Hofmeier.

Insgesamt sind drei Projekte in Kooperation zwischen der Awo Gießen und Tucker/Stanley geplant: Neben der Bankrenovierung ein Ausflug ins Mathematikum und der Aufbau eines Pavillons für Wohnungslose.

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