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Bunte Kleider, große Hits und beste Stimmung

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Von: Rose-Rita Schäfer

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Glänzten auf den Spuren ihrer schwedischen Vorbilder: Abbamusic in Hungen. Foto: Schäfer © Schäfer

Hungen (rrs) Ein Hauch der 70er Jahre wehte durch die Schäfer-Stadt-Halle in Hungen. Das »ABBA - The Tribute Concert« mit der italienischen Gruppe Abbamusic präsentierte in einer knapp zweistündigen Show die größten Hits des schwedischen Pop-Quartetts, das 1974 mit dem Song »Waterloo« den Sieg beim Grand Prix de la Chanson in Brighton davontrug und quasi über Nacht zur bekanntesten Popband dieser Ära wurde.

Die Hits von ABBA begeistern auch nach mehr als 40 Jahren noch immer Jung und Alt. Auf ihren Spuren wandeln nun vier italienische Vollblutmusiker: Angela Castellani als Agnetha, Irene Pertile als Frida, Ludovico Banali als Björn und Eduardo Mezzogori als Benny, die von zwei Backgroundsängerinnen, einem Schlagzeuger und einem Bassisten begleitet wurden. Dabei war Abbamusic zwar dicht am Original dran, fand aber doch ihren eigenen Interpretationsstil. Dass das Schlagzeug, möglicherweise wegen der schlechten Akustik der Halle, die Sängerinnen durchweg übertönte, tat der guten Stimmung keinen Abbruch, ließ aber leider manch zartere Melodie untergehen.

Glitzer, Discokugeln, bunte Lichter und ein Goldglimmer-Regen zusammen mit Schlaghosen, silbern glänzenden Plateauschuhen, hohen weißen Lackstiefeln und den unvermeidlichen Miniröcken bescherten den Zuschauern ein authentisches 70er-Jahre-Gefühl. Vor der Bühne wummerten dicke Bässe, während eine bis in kleinste Nuancen ausgeklügelte Choreographie, angelehnt an die originale Bühnenperfomance der Stars, keine Langweile aufkommen ließ. Zu den ständig gewechselten Kostümen zählten hautenge Jumpsuits, lange, weiße, an griechische Göttinnen erinnernde Walle-Kleider, Tunikas oder Lamé-Outfits. Im Publikum gab es bald kein Halten mehr: Vor allem Frauen standen auf und tanzten vor der Bühne.

Im zweiten Teil der Show kamen die berühmten Superhits zum Zuge: »Mamma Mia«, »Knowing me, knowing you«, »Honey«, »Take a Chance on me« oder »Gimme! Gimme! Gimme!«. Die Stimmung kochte, alle standen und klatschten oder sangen mit. Viele tanzten losgelöst vom Alltag in den Gängen und vor der Bühne. Die beiden Sängerinnen mischten sich bei einigen Songs sogar unters Publikum.

Der Höhepunkt und zugleich das Finale kam dann mit »Dancing Queen«. Aber so einfach ließ das Publikum die Sängerinnen nicht ziehen. Zur Zugabe erschien Agnetha-Angela in dem unvergessenen blauen Outfit mit kniekurzer, hautenger Hose mit weiten Glockenteilen, das 1977 bei einer Abba-Tour die Australier in Verzückung versetzt hatte, während Frida-Irene im orange-weißen Hippikleid glänzte. Beim legendären »Waterloo« schwappten die Wogen vollends über - aber da fehlte doch noch was. Erst mit »Thank you for the Music« endete die Show unter frenetischem, nicht enden wollendem Applaus.

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