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Chancen bei 50:50

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Von: Rüdiger Schäfer

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Peter Keiner Foto: Schäfer © Schäfer

Der MTV-Vorsitzende Mehmet Tanriverdi erzählte in seinem Jahresbericht, dass der Vorstand sich seit drei Jahren Gedanken mache über einen Neubau oder eine Sanierung des Vereinshauses.

Gießen . Nicht frappierend oder doch, dass bei einem Sportverein mit weit mehr als 2000 Mitgliedern sich gerade einmal nur jedes 35. von ihnen für die Jahreshauptversammlung des Vereins interessierte? Würde man die wegen ihrer eigenen Ehrung Erschienenen sowie die nur wegen einer beantragten Namensänderung des MTV 1846 in die Jahnhalle gekommenen von den 64 Anwesenden abziehen, so bliebe lediglich ein kleines Häuflein an Mitgliedern übrig, das über das Wohl und Wehe des größten Gießener Vereins sich einmal im Jahr gründlich informieren lässt und bei Wahlen und wichtigen Entscheidungen abstimmt. Ob dies eine Frage der fehlenden Identifizierung ist und nur das sportliche Angebot in mehr als zwei Dutzend unterschiedlichen Sparten der Sporttreibenden zählt? Selbst jahrzehntelange Mitglieder rätselten.

Der Vorsitzende Mehmet Tanriverdi erzählte in seinem Jahresbericht, dass der Vorstand sich seit drei Jahren Gedanken mache über einen Neubau oder eine Sanierung des Vereinshauses. Eine Machbarkeitsstudie durch Architekten hätte drei Varianten ergeben, die zwischen vier und fünf Millionen Euro kosteten. »Mittlerweile sind wir aufgrund von Kostensteigerungen bei etwa sieben Millionen gelandet.« Diese Summe sei auch vom mitgliederstärksten Verein des Kreises nicht zu stemmen. In Zusammenarbeit mit der Stadt sei ein Antrag auf Förderung im Programm »Sanierung von Sporthallen« gestellt worden. »Der Eigenanteil läge dann bei zehn Prozent, was für uns machbar wäre.« Knackpunkt dabei sei jedoch, dass »wir im Südteil der Stadt liegen und nicht in einem sozialen Brennpunkt«. So sehe er die Chance auf eine Förderung lediglich bei 50:50.

Zwei durch Corona bedingte schwierige Jahre liegen auch hinter dem MTV 1846. Zwar hätten sich die Aktivitäten wieder normalisiert. Doch mit 2323 Mitgliedern in diesem Monat seien es etwa einhundert weniger als vor der Pandemie im Januar 2020.

Geschäftsführer Mario Bröder sucht händeringend Übungsleiter in vielen Abteilungen. Er verwies auf den neuen, von der Volksbank gestifteten Defibrillator im Eingangsbereich des Vereinshauses. Dorothé Küster berichtete als Schatzmeisterin über die Finanzsituation. Ausgaben durch Energieeinsparung und Einnahmen durch die Mitglieder seien 2021 durch Corona gesunken. Der Gewinn im Geschäftsjahr habe 4 1000 Euro betragen, 2000 Euro weniger als im Vorjahr. Getilgt wurden von den Darlehen 41 000 Euro, sodass diese noch mit 203 000 Euro saldierten. 53 000 Euro waren an liquiden Mitteln vorhanden. Auf Antrag wurden der Kassenführung und dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Gefragt nach der Interimssporthalle, infolge der Schließung der Doppelturnhalle der Liebigschule auf dem Vereins-Areal errichtet, wurde informiert, dass die Stadt außer den Nebenkosten 350 Euro an Monatsmiete dem Verein zahlt. »Außerdem dürfen wir sie mitnutzen.« Bei der Nachwahl zum Vorstand wurden Karin Hahnfeld und Konstantin Pfeffer als Beisitzer gewählt.

Die Verdienstplakette des MTV erhielten drei Mitglieder, die viele Jahre als Abteilungsleiter im Verein tätig waren: Gisela Hahn (Gymnastik), Ehrengard Rumpf (Bridge) und Winfried Luh (Rasenkraftsport). Für 25 Jahre wurden geehrt: Mario Bröder (ist im Verein als Geschäftsführer angestellt), Adelheid Christ, Gisela Hahn, Christian Herbert, Nawit Madjidian, Rosa Reinold, Michael Schröder, Markus Staab, Ann-Christin Strack und Erich Zimmermann. Für 40 Jahre: Brigitte Romeiser und Tilmann Kranert. Für 50 Jahre: Michael Breitbach, Waltraud Kraft, Wilfried Rauscher, Barbara Zettl, Erich Zettl. Für 60 Jahre Mitgliedschaft erhielt Hans-Peter Heil den Ehrenbrief.

Zum Ehrenmitglied von der Versammlung gewählt wurde Peter Keiner, der seit über 70 Jahren dem Verein angehört und viele Jahre als Sportabzeichenprüfer tätig war.

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