Commerzbank-Standort Gießen wird nicht geschlossen

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GIESSEN - (bl). Bundesweit dünnt die Commerzbank ihr Filialnetz erheblich aus. Zumal die Corona-Pandemie gezeigt habe, dass Beratung auch auf anderen Wegen und Kanälen funktioniert. In Zahlen bedeutet das: 340 von aktuell 790 Standorten werden verschwinden. Die gute Nachricht: Gießen sei "wichtig" und gehört daher nicht dazu. "Wir bleiben auch weiterhin für unsere Kunden persönlich hier vor Ort, eine Schließung ist nicht geplant", versichert Gerhard Jung, Leiter Privat- und Unternehmerkunden der Niederlassung Gießen.

Ob und inwieweit sich die Veränderungen trotzdem personell auswirken, war dagegen nicht zu erfahren. Zu "regionalen Abbauzahlen" wolle man sich nicht äußern, erklärt Ulrike Eisenacher, Pressesprecherin Region Mitte, auf Anfrage des Anzeigers.

Die "gewohnten Leistungen" stünden jedenfalls nach wie vor zur Verfügung. "Schon heute können alle Kunden eine umfassende und kompetente persönliche Beratung per Telefon, Video, Chat und E-Mail erhalten sowie einfach und von überall ihre Bankgeschäfte erledigen. Der Kunde entscheidet, welchen Zugang er zur Bank wählt: über das Beratungscenter, online, mobil oder über die Filiale", so Eisenacher. Kasse und Selbstbedienungsbereich werde es in der Frankfurter Straße 4 noch genauso geben wie die Beratung für Privat-, Unternehmer- und Firmenkunden. Am Standort Gießen betreuen aktuell circa 60 Mitarbeiter rund 28 000 Kunden aus der Region. In der gesamten Niederlassung Gießen waren es im vergangenen Jahr gut 115 100 Privat- und Unternehmerkunden. Diese besteht zusätzlich aus den Filialen Wetzlar, Marburg, Kassel, Bad Hersfeld, Eschwege, Alsfeld, Butzbach, Dillenburg, Stadtallendorf und Korbach. Die fünf letztgenannten Zweigstellen sollen "perspektivisch geschlossen werden". Darüber hinaus ist die Commerzbank in der Nachbarschaft noch in Bad Nauheim und Friedberg vertreten.

Smartphone wird wichtiger

Formuliert wird der Anspruch, "die digitale Beratungsbank für Deutschland" werden zu wollen, sagt Gerhard Jung. Da die Filiale für tägliche Bankgeschäfte immer mehr an Bedeutung verliere und sich das Smartphone zum wichtigsten Kontaktmedium entwickele, gelte es, das Filialnetz "zukunftsfähig" auszurichten und ein "an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiertes Geschäftsmodell" zu etablieren.

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