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Country, Folk und erstmals HipHop

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Gießen (red). Für Begeisterung und einen Wolkenbruch sorgte die jüngste Open Stage der Kulturkirche St. Thomas Morus. Zum achten Mal seit 2019 fand die Offene Bühne (Open Stage) auf der Freilichtbühne unter den Platanen statt.

Dabei gab es einen Rekord: Veranstalter Jakob Handrack zeigte sich euphorisch: »Es war eine großartige Veranstaltung und ein gelungener Abschluss unserer Open Air-Saison mit fantastischen Acts. So viele talentierte und fähige Musiker hatten wir noch nie bei einer Open Stage auf der Bühne.«

Neben vielen alten Hasen, die neue Songs vorführen wollten, haben auch etliche Newcomer die Gelegenheit genutzt, jene Bretter, die die Welt bedeuten, für sich zu erobern. Einige von ihnen haben bereits CDs herausgebracht, etwa Sabrina Alexandra aus der Wetterau, die bereits das zweite Mal dabei war. Ihre Songs sind, geprägt von Weltschmerz und einer düsteren Melancholie, zutiefst autobiographisch. Die Gitarre begleitet sie dazu behutsam. Etwas schüchtern aber nicht weniger selbstbewusst wirkte die zweite Singer-Song-Writerin des Abends: Layla-Louise Bös.

Das Publikum zeigte sich aufmerksam und sorgte für eine gelöste Stimmung. Dagegen kam auch das schlechte Wetter nicht an. Constantin Pukownick, Organisator der Open Stages, moderierte wie immer in rühriger Weise den Abend, kündigte die einzelnen Künstler an und sorgte am Mischpult für den richtigen Ton.

Jeder Künstler bekam dabei einen festen Slot, frei nach Andy Warhol »20 Minuten Ruhm«. So ergaben sich drei Stunden lang ein abwechslungsreiches Programm. Anmelden konnte man sich im Vorfeld oder auch ganz spontan am Abend.

Für den stimmungsvollen Auftakt sorgte Mr. Johnny DeVille aka Hans Röth mit Western Blues und kraftmeiernder Stimme. Von Anfang an dabei ist Eugen Pletsch. Er musizierte zusammen mit Uli Hentschel (Gitarre, Bluesharp), bekannt aus der Formation Misfits, klassische Country-, Folk- und Westernstücke. Multi-Instrumentalist Pukownick ergänzte im spontanen Zusammenspiel das Duo auf dem Saxophon. Die »Country Tschabos«, Theo und Dieter, setzten mit gefühlvollen Balladen im Country-Stil noch einen drauf.

Ein besonderer Moment war es für Matthias Lenz nach zweijähriger, corona-bedingter Pause und darauffolgender Erkrankung, wieder auf der Bühne zu stehen. Er lieferte mit Klassikern von Frank Sinatra und Elvis Presley eine mitreißende Bühnenperformance. Auch Thomas Ransbach, Kantor von St. Thomas Morus, präsentierte mit »Fly Me To The Moon«, »New York, New York« und »Moon River« beliebte Evergreens in Begleitung von Jakob Handrack am Klavier.

Zum ersten Mal dabei waren mit Fabian »Streem« und Marc-Jonas Never zwei Vertreter des Rap- und Hip Hop-Genres. Die Lines waren flüssig, der Rhythmus forciert. So gewannen sie die Aufmerksamkeit des Publikums.

Alicia Zipfel, eine begeisterte Besucherin der Open Stage, schwärmte: »Da steckte viel Emotion drin. Ich bin froh, dass ich diese Veranstaltung besucht habe.«

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