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»Dann bis zum nächsten Jahr«

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Das Duo 2injoy hatte große Hits, eine starke Stimme und einen virtuosen Instrumentalisten im Programm. Foto: Czernek © Czernek

Gießen. Donnerstag, 19 Uhr, der Innengarten der Kongresshalle: Das war für viele Musikliebhaber in den vergangenen Wochen ein fester Termin. In der Reihe »Songs im Garten« traten dabei regelmäßig Musiker aus der Region auf die Bühne. Doch kaum begonnen, ist die Reihe für dieses Jahr wieder vorbei. Zum Abschluss war am Donnerstag die Band 2injoy zu erleben.

Hinter dem etwas kryptischen Namen verbergen sich die beiden Vollblutmusiker Florezelle Amend (Gesang) und Michael Diehl (Gitarre), die mit ihren maßgeschneiderten Interpretationen von Pop- und Soulklassikern in die Herzen der Zuhörer trafen. Ob soulig, funky, rockig oder schmusig: Sie spielten ihre Interpretation von Klassikern wie »Love of my Life« von Queen, »Kiss« von Prince oder »Can’t Help Falling in Love« von Elvis Presley. Die durch die in Manila geborene Sängerin Amend stimmstark vorgetragenen Versionen der Hits waren einfach zum Weinen schön: Ihre Stimme kann mit einem unglaublichen Spektrum an Umfang, Klang und Farbe aufwarten.

Michael Diehl, der - wie immer - auf seiner Gitarre brillierte, zeigte im Garten einmal mehr seine musikalische Kreativität. Er hat die Lockdown-Zeit für die Produktion einer neuen CD genutzt, aus der er ebenfalls zwei Songs vorstellte. Auch an diesem Abend durfte Mitveranstalter Peter Herrmann ihn bei einem Lied mit seinem Bass wirkungsvoll unterstützen.

Organisator der kleinen, feinen Konzertreihe ist das GießenStreamTeam, bestehend aus Herrmann sowie Harfenistin Cordula Poos, die in den Lockdownzeiten der Gießener Musikszene durch gestreamte Live-Konzerte eine Stimme gaben. Als 2021 wieder Live-Aufritte mit den bekannten Einschränkungen möglich waren, fanden sie in dem Garten der Kongresshalle den idealen Raum für Auftritte heimischer Künstler. Das Konzept überzeugt: ein oder zwei Gruppen mit einem kurzen und knackigen Programm, das auch Spielräume für spontane Improvisationen lässt. Künstler, die mit wenig Equipment und Technik auskommen, bieten so intime Live-Atmosphäre in dem vom Trubel der Innenstadtstraßen abgeschirmten Garten.

Dieser Mix entwickelte sich schnell zu einem Geheimtipp für Besucher, die ohne großen Aufwand coole Rhythmen an einem lauen Sommerabend zusammen mit einem Bier oder einem Glas Wein genießen wollten. »Es ist so leger und unkompliziert hier«, schwärmte eine Besucherin beim Finale. Nicht wenige waren in diesem Jahr bei jeder Vorstellung dabei, zumal die musikalische Bandbreite zwar breitgefächert, aber nie zu extrem war.

Auch die beiden Organisatoren ziehen ein positives Resümee. »Wir wollten den Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit geben und finden es toll, wie es sich entwickelt hat«, bilanzierte Peter Herrmann. Es freut ihn, dass die Konzerte so gut angekommen sind, auch wenn in diesem Jahr weniger Künstler auftraten. »Um so etwas veranstalten zu können, benötigt man Sponsoren und Fördermittel, denn allein von den Eintrittsgeldern kann man das nicht finanzieren. Daher sind wir extrem dankbar allen, die das Projekt finanziell unterstützt haben. Nicht zu vergessen, auch die vielen Helfer, ohne die das Ganze überhaupt nicht machbar wäre«, erläuterte er.

An dem knappen Finanzierungsrahmen lag es allerdings auch, dass es in diesem Jahr lediglich fünf Veranstaltungen gab. »2021 hatten wir mehr Fördermittel zur Verfügung«, sagte Herrmann. Wenn die Finanzierung steht, wird das GießenStreamTeam auf alle Fälle weitermachen, denn Künstler, die an diesem Ort auftreten wollen, gibt es genügend. Und auch von vielen Zuhörer war zu hören: »Na dann, bis nächstes Jahr, wir freuen uns schon darauf.«

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