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»Das ist eine coole Idee«

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Zum Start des Projekts »Kita-Spaß« engagiert sich Stadträtin Gerda Weigel-Greilich als Vorleserin. Foto: Czernek © Czernek

Eine neue Kooperation zwischen den städtischen Kindergärten, der Awo-Kitas und der Stadtbibliothek feierte ihre Premiere.

Gießen . »Lese- und Sprachförderung ist unendlich wichtig für die gesamte Entwicklung eines Kindes«, sagte der Geschäftsführer der Awo-Gießen, Jens Dapper. Aus diesem Gedanken heraus entstand eine neue Kooperation zwischen den städtischen Kindergärten, der Awo-Kitas und der Stadtbibliothek, die gestern ihre Premiere hatte.

»Das ist eine coole Sache«, meinte der Bibliotheksleiter Guido Leyener-Rupp dazu, als Christian Jung, Leiter der Kita »Marie Juchacz«, und Jens Dapper ihm die Idee vor einigen Monaten vorstellten. Entsprechend gern ging die Leitung auf die Vorschläge ein. Gemeinsam entwickelten sie das Konzept von »Kita-Spaß«. In der Pilotphase wird zunächst vorrangig an die Vorschulkinder der Awo und der Städtischen Kitas gedacht, prinzipiell können auch andere Kitas daran teilnehmen. »Wir wollen langsam starten und Erfahrungen sammeln«, erläuterte Leyener-Rupp.

Die Idee, die dahintersteckt, ist die, dass man die Kinder, die im letzten Kindergartenjahr sind, mit Büchern, Ausleihmöglichkeiten und den Angeboten der Stadtbibliothek vertraut macht. Daraus entwickelte sich das Programm »Kita-Spaß« in der Stadtbibliothek. Die Vorgehensweise ist einfach: Die Kita vereinbart mit der Stadtbibliothek einen Termin, an dem ihre Vorschulkinder die Stadtbibliothek besuchen können.

Zwei Module stehen zur Auswahl

Dabei kann aus zwei Modulen gewählt werden. Das erste Angebot enthält eine Führung durch die Bibliothek, gepaart mit einer besonderen Aktivität. Im zweiten Modul steht das Vorlesen als solches im Vordergrund. »Da werden wir vom Verein Ehrenamt unterstützt, die uns mit Vorlesern aushelfen können«, sagte Eva Steinbrecher-Klein, die für den Bereich Veranstaltungen der Bibliothek verantwortlich ist. Da die Kinder noch nicht selbst einen Ausleihausweis beantragen können, erhält jedes Kind einen Gutschein für einen Leseausweis und muss keine Erstellungsgebühr bezahlen.

»Jeder, den wir im Rahmen dieses Programms als Leser gewinnen können, ist ein Gewinn«, stellte Guido Leyener-Rupp fest. Die Hoffnung ist es auch, eine Personengruppe anzusprechen, die eine Bücherei und ihre Angebote nicht kennen. »Wir haben viele Kinder mit Migrationshintergrund und denen wollen wir den Weg zu den Büchern möglichst früh erschließen«, so Jung. »Das Projekt passt sehr gut in die Konzeption der Familienzentren. Dort können wir die gesamte Familie abholen und auch Hilfestellungen leisten im Hinblick auf die Bibliothek«, erläuterte Sabine Achenbach, Kita-Fachberaterin der Awo. »Vielleicht organisieren wir auch mal Führungen für die Eltern, wenn Interesse besteht. Wir sind jedenfalls für jede Anregung dankbar«, meinte Leyener-Rupp. Dieses Projekt ist eine Ergänzung zu sämtlichen anderen Angeboten in diesem Bereich, da es in die medienpädagogische Ausrichtung der Bibliothek passt. Die Kooperation kann zwar nicht das auslaufende Bundes-Programm der »Sprach-Kitas« ersetzen, es soll aber ein kleiner Baustein zu einem besseren Leseverständnis sein und Sprachkompetenz bilden.

Im Anschluss an das Gespräch startete das Projekt mit 15 Vorschulkindern des Awo-Familienzentrums »Marie Juchacz«. Sie erhielten von Stine Kockrick eine Führung durch die Räume und sie zeigte ihnen vor allem, wo die Kinderbücher zu finden sind. Als Vorleserin las ihnen Stadträtin Gerda Weigel-Greilich eine Fabel zum Abschluss vor, bevor sie wieder zurück in ihre Kita fuhren.

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