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»Deibelsspuck und Schwerterklang«

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Ein beliebtes Fotomotiv und ein oft angesteuertes Ausflugsziel: Die Burg Gleiberg. Foto: Tourist-Information Gießen © Tourist-Information Gießen

Die Burg Gleiberg bildete die Keimzelle für die Stadt Gießen. Bei einer Führung am 16. September kann man ihrer Geschichte und dem Leben auf der Burg auf die Spur gehen

Gießen (red). Er ragt 338 Meter über das Gießener Becken empor. Der Burgfried der Gleiburg ist ein stummer Zeitzeuge. Hier hat die Stadt Gießen ihren Ursprung und die Burg trotzte über Jahrhunderte hinweg Krieg und Zerstörung. Heute ist sie das Wahrzeichen des Ortsteils Krofdorf-Gleiberg in Wettenberg inmitten von Streuobstwiesen, Weiden und Freizeitwegen.

Ungefähr im Jahr 1000 errichtete Graf Friedrich I. eine Festungsanlage auf dem Gleiberg, die bereits 100 Jahre später durch den zukünftigen Kaiser Heinrich V. teilweise wieder zerstört wurde. Beim Wiederaufbau wurde der hohe Bergfried errichtet, der heute auch noch intakt ist und bestiegen werden kann. Der nachfolgende Fürst von Gleiberg errichtete um 1151 an der Lahn eine Wasserburg, um den Schutz der Handelsstraße auf der linken Lahnseite und des Klosters Schiffenberg zu gewährleisten. Diese bildete die Keimzelle für unsere Stadt Gießen.

Im Laufe der Geschichte wechselte die Burg mehrmals die Besitzer und wurde teilweise nur als Saisonresidenz genutzt. 1646 wurde die Oberburg erneut komplett zerstört und die Gebäude der Unterburg kaum noch bewohnt. Die Burg geriet in einen immer schlechteren Zustand. 1879 übernahm der Gleiberg-Verein die Burg, die bis heute in seinem Besitz ist. Der Verein stoppte den Verfall und kümmert sich seitdem um eine systematische Sanierung. Von April bis September werden, nach Voranmeldung, auch Führungen über das Gelände angeboten. Informationen unter www.burg-gleiberg.de.

Zu Fuß und mit dem Rad zum Gleiberg

Den Gleiberg und die Burg erreicht man von Gießen aus zu Fuß über den Zuweg zum Lahnwanderweg und über Teile des Kelten-und-Römer-Pfads. Alternativ ist die Burg mit dem Fahrrad zu erreichen. Von der Gießener Innenstadt aus führt der Weg über den Hardthof beziehungsweise dem Bismarktum durch Wiesen und Felder nach Wettenberg. Die Buslinie 802 fährt unter der Woche halbstündlich vom Berliner Platz oder dem Marktplatz aus. Haltestelle lautet in Wettenberg Krofdorf-Gleiberg »Hardweg«.

An der Burg angekommen, gibt es die Möglichkeit, die Ruine zu besichtigen und den Burgfried zu besteigen. Die Anlage ist täglich von 10 Uhr bis zur Dämmerung zugänglich. Vom Burgfried aus hat man einen fabelhaften Blick über das gesamte Gießener Becken. Die Lahn zieht sich als blaues Band durch das Tal und weiter im Nordosten thront der Dünsberg. Rings um die Burg sind zahlreiche Streuobstwiesen, Feuchtbiotope und Magerrasenflächen zu erkunden. Ein historischer Rundweg mit ausführlichen Hinweistafeln führt um die Burg und durch die angren-zende Siedlung, mit vielen Informationen über die bewegte Geschichte des Gleibergs.

Wer mehr über die Burg und das Leben dort erfahren möchte, sollte sich die Kostümführung »Deibelsspuck und Schwerterklang« nicht entgehen lassen. Dr. Jutta Failing und Peter Meilinger entführen bei einem szenischen Rundgang als Wirtsleute Jean und Faustina Deibel in die Vergangenheit der Burg. Unterwegs bringen sie manches zur Sprache, u.a. mittelalterliche Persönlichkeiten, Geheimgänge, trinkfeste Studenten, Professoren und allerlei Schabernack. Dabei haben Herr und Frau Deibel eine sehr unterschiedliche Sicht auf die Dinge, wodurch ein amüsanter Schlagabtausch garantiert ist.

Die Führung findet am 16. September 2022 um 16 Uhr statt. Tickets für 26 Euro sind in der Tourist-Information Gießen, Schulstraße 4, 35390 Gießen erhältlich oder unter www.reservix.de (zzgl. VVK-Gebühr). Weitere touristische Infos erhalten Sie auch unter www.giessen-entdecken.de

Ein Faltblatt über den Kelten-und-Römer-Pfad sowie den Lahnwanderweg sind ebenfalls in der Tourist-Infor-mation Gießen, Schulstraße 4, 35390 Gießen erhältlich.

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