Dem Amt alles untergeordnet

Wenn ich versuche, die Amtszeit von Dietlind Grabe-Bolz mit weniger als 1000 Zeichen zu beschreiben, sehe ich das Rathaus. Räumlich war bei ihrem Amtsantritt alles vorhanden, doch der Geist dieses Hauses wurde durch sie geprägt, es ist mit ihr auch zum Kulturrathaus geworden. Die Transparenz des Hauses, das gilt auch für ihren offenen, kooperativen Führungsstil mit ämterübergreifendem Arbeiten.

In ihrem Eckzimmer unterhalb des Stadtverordneten-Balkons brannte meist abends noch lange Licht. Sie hat dem Amt alles untergeordnet, aus politischer Leidenschaft. Die Menschen spüren, dass ihr die Bürger*innen dieser Stadt am Herzen liegen. Auch bei unterschiedlichen Meinungen gelang es fast immer, nach Abwägung aller Fakten, Varianten und unterschiedlichen Interessen eine gemeinsame Position zu finden. Was die Arbeit mit ihr so angenehm macht: Sie ist immer konstruktiv, absolut uneitel und nicht beratungsresistent. Es ist noch ganz unwirklich: die »Ära Grabe-Bolz« geht zu Ende. Ich werde Dietlind sehr vermissen.

Gerda Weigel-Greilich Stadträtin der Grünen

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