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Der Bergmolch im Stadtwald

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Gießen (red). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisverband Gießen hat in Kooperation mit der der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) auf einer Exkursion durch den Gießener Wald an der Licher Straße den Feuersalamander und weitere Amphibienarten vorgestellt. Gleich zu Beginn der zweistündigen Führung konnten die 21 Teilnehmer einen Feuersalamander in seinem Tagesversteck entdecken.

Die individuell gezeichneten Tiere beeindrucken durch ihre kontrastreiche Hautzeichnung in Schwarz und Gelb, an der man sie unterscheiden kann. Inga Hundertmark vom HGON beobachtet die Art und weitere Amphibienarten rund um das sogenannte Muna-Gelände bereits seit einigen Jahren und konnte berichten, dass hier viele Hundert Tiere beheimatet sind.

Doch die Salamander-Populationen sei durch einen Pilz (Batrachochytridium salamandrivorans, kurz Bsal) gefährdet. Er verursacht eine Hauterkrankung, die für die Tiere den Tod bedeuten kann. Diese »Salamanderpest« breitet sich von Westen kommend in Deutschland aus und hat schon Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern erreicht, erklärte Andrea Malkmus vom BUND Gießen. Um einer Verschleppung des Erregers vorzubeugen, wurden die Schuhe aller Teilnehmer gleich zu Beginn desinfiziert.

Im weiteren Verlauf der Runde wurden die Wasser-Lebensräume der Larven verschiedener Amphibien vorgestellt und auch gezeigt, wo und wie sie als erwachsene Tiere leben. So wurden die vielfältigen Ansprüche dieser Tiere als Lebewesen in zwei Welten (»amphibios« bedeutet »doppellebig«) klar. Larven des Feuersalamanders und des Kammmolchs wurden gesichtet, das Konzert des Teichfroschs war zu hören und ein Bergmolch geriet ins Visier. Die Runde durch Kleingewässer in dem ehemals stark befestigten Muna-Areal innerhalb des Waldes zeigte außerdem, wie durch menschliches Zutun auch neue Lebensräume geschaffen werden können. Die große Population der Feuersalamander im Gießener Wald belegt darüber hinaus, dass hier noch ausreichend Strukturen vorhanden sind für Tag- und Nachtleben dieser versteckt lebenden Tierart.

Weitere Exkursionen zu spannenden Gebieten in und um Gießen sind dem Programm des Naturschutzbundes auf der Homepage www.bund-giessen.de zu entnehmen. Flyer liegen im Rathaus und der Tourist-Info aus.

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