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»Der Kitt der Gesellschaft«

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Der Geehrte Horst Helmig mit Ministerpräsident Volker Bouffier. © Jung

Gießen (kg). In der »Kathedrale der Gießener Kommunalpolitik«, wie Ministerpräsident Volker Bouffier den Stadtverordnetensitzungssaal bezeichnete, würdigte er die Verdienste von Horst Helmig und überreichte ihm den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Der Diplom-Ingenieur wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande für sein intensives Engagement für seinen Berufsstand und für die Hilfsorganisation »Weißer Ring« geehrt. »Horst Helmig hat sich um das Wohl der Gesellschaft verdient gemacht. Seine facettenreiche ehrenamtliche Arbeit soll heute durch das Verdienstkreuz am Bande gewürdigt werden«, sagte der Ministerpräsident. »Da kamen Beruf und Berufung zusammen«, resümierte Bouffier die Arbeit des Geehrten im Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV). Helmig gründete den Bezirk Hessen-Mitte im Jahr 1971 mit und brachte sich über viele Jahre in verschiedenen Funktionen ein. Im Landesverband des VDV war er von 1977 bis 1988 Landesvorsitzender, zuvor bekleidete er ab 1972 das Amt des Stellvertreters.

»Horst Helmig hat sich für seinen Berufsstand über die Maßen eingesetzt und den Interessen der Verbandsmitglieder eine Stimme gegeben. In seiner Zeit im Landesvorstand Hessen des VDV war er an vielen wegweisenden berufsständischen Entscheidungen und an der Novellierung wichtiger Gesetze maßgeblich beteiligt«, würdigte der Landesvater die Verdienste. Zudem sei Helmig Initiator der Landesverbandsnachrichten des VDV Hessen gewesen und habe zahlreiche Fachveranstaltungen und Workshops organisiert und initiiert. Auch im Vorstand des Bundesverbandes des VDV habe sich Helmig von 1983 bis 1988 als stellvertretender Bundesvorsitzender intensiv engagiert. Bouffier erinnerte sich an »eine muntere Diskussion in Gießen«, als es um eine heftige politische Auseinandersetzung um die Verlagerung des Straßenbauverwaltung von der Marburger Straße nach Schotten ging. Damals setzte sich Helmig als Personalratsvorsitzender für die Beibehaltung des Standortes ein. »Ihr Engagement plus die kommunalpolitische Erfahrung war nach der aktiven Berufsphase aber noch nicht zu Ende«, so Bouffier. Der Diplom-Ingenieur bringe sich seit 2008 mit viel Herzblut in die Außenstelle Gießen des »Weißen Rings« ein, betonte der Laudator. »Horst Helmigs Engagement geht über die reine Pflichterfüllung hinaus. Er nimmt sich eines Themas an, das so wichtig ist: Er gibt den Opfern von Kriminalität und Gewalt Halt und ist ihnen eine wertvolle Stütze. Mit viel Leidenschaft macht er sich in der Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stark und steht jederzeit als wertvoller Berater zur Verfügung«, unterstrich der hessische Regierungschef.

Als Schöffe tätig

Der Ministerpräsident wies auch darauf hin, dass sich Helmig zudem viele Jahre in der Kommunalpolitik engagiert hat. So setzte er sich von 1977 bis 1982 als ehrenamtlicher Beigeordneter der Gemeinde Fernwald sowie von 1985 bis 1992 als Kreistagsabgeordneter und von 1992 bis 1997 als ehrenamtlicher Beigeordneter des Landkreises Gießen für die Anliegen der Bürger ein. Zudem war Helmig von 2009 bis 2013 Schöffe beim Landgericht Gießen.

Mit der Auszeichnung wolle man ihn für sein Lebenswerk ehren. Sie solle aber auch zeigen, dass »andere das mitkriegen, um sie zum Nachdenken zu bringen«, erläuterte Bouffier. »Menschen, die mehr tun, als sie müssen, sind der Kitt der Gesellschaft!« »Danke, Glückwunsch zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland«, gratulierte Volker Bouffier dem Geehrten und heftete ihm den Orden an. Für den VDV gratulierte der Landesvorsitzende Dipl.-Ing. Bernd Sack und würdigte die Verdienste von Helmig.

»Das sind außergewöhnliche Zeiten«, hatte der Ministerpräsident die kleine Feierstunde mit Blick auf den Krieg in der Ukraine begonnen. »Niemand kann sich dem entziehen«, betonte er zur Gesamtsituation. Es gebe spannende Beratungen zu Corona, kündigte er zudem an.

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