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Die Grafik zeigt die verschiedenen Varianten bezüglich B 49 und A 480.

Der Weg der Vernunft

Zu den Themen »Lückenschluss A 480« und »B 49-Umgehung Wetzlar«: Leider sind die Befürchtungen in den Lahnaudörfern und Naunheim, Blasbach und Kinzenbach mehr als berechtigt, wenn die Hochstraße in Wetzlar abgerissen und die vom Bund genehmigte nördliche Umfahrung bei Wetzlar-Dalheim tatsächlich gebaut wird, in welcher Art und Weise auch immer.

Wie die Karte zeigt, werden aus den bisher circa fünf Kilometern vom Autobahnanschluss Wetzlar-Ost bis kurz vor Solms-Oberbiel bei einer dauerhaften Verkehrsführung über das Wetzlarer Kreuz circa 45 Kilometer. Dieser zukünftige ständige Umweg wird heftigste Proteste auslösen. Besonders das Transportgewerbe wird dem Bundesverkehrsminister gehörig auf die Pelle rücken und als direkten Weg dann den Bau der A 480 von Wettenberg bis Blasbach fordern.

Die dadurch berechtigten Befürchtungen eines A 480-Lückenschlusses würden sich ja gar nicht stellen, wenn man die B 49-Hochstraße Wetzlar nach dem notwendigen Abriss, nach den heutigen Erfahrungen und tatsächlichen Notwendigkeiten, wieder neu aufbauen würde. Verursacher und verantwortlich für das jetzige Dilemma sind aus den verschiedensten Beweggründen, Umweltschutz und Bürgerwillen gehören offenbar nicht dazu, die aktuelle politische rot-grüne Mehrheit der Stadt Wetzlar, samt Magistrat und der hessische Verkehrsminister Al-Wazir mit seiner »eigenmächtigen« Landesverwaltung, Hessen Mobil mit der Billigung des CDU-Ministerpräsidenten. Mitverantwortlich als Bauträger ist das Bundesverkehrsministerium.

Es reicht daher keinesfalls, wie zum Beispiel in Heuchelheim mit einem B90/Die Grünen-Antrag, gegen den möglichen A 480-Lückenschluss zu opponieren, sondern die Verursacher für ihre Fehlentscheidung zu kritisieren und zum Umdenken zu bewegen. Gerade die heimischen Grünen sollten vom Hauptverantwortlichen, ihrem eigenen Parteigenossen in Wiesbaden, fordern, die umweltschädigende B 49-Umgehung aufzugeben und den Wiederaufbau der Taubensteinbrücke und der Hochstraße realistisch zu planen. Das Ergebnis aus der jetzigen Gemengelage kann nur lauten, mit allen legalen Mitteln: (1) Die B 49-Umgehung WZ-Dalheim und damit den möglichen Weiterbau der A 480 verhindern. (2) Den Wiederaufbau der B 49 durch Wetzlar fordern. (3) Den neuen Bundesverkehrsminister bitten, die falsche Entscheidung seines Vorgängers zurückzunehmen und sich selbst vor Ort,mit den Bürgerinitiativen und der Bevölkerung über die Situation sachkundig zu machen.

Es sei hier mal klar gesagt, dass die angeblich vorgeschriebenen 33 Meter Breite anstelle bisher 18,5 Meter den Wiederaufbau ausschließen würde, ist nicht anderes als eine Ausrede, um teure Wetzlarer Planungsideen im jetzigen Hochstraßenbereich zu ermöglichen. Denn dies betrifft tatsächlich nur die circa 600 Meter in der Stadt. Diese kurze Strecke kann auch mit versetzten Seitenstreifen und circa 25 Meter Gesamtbreite gebaut werden, ohne Häuser abreißen zu müssen.

Hessen Mobil beziehungsweise den vorgesetzten Verkehrsministern ist dringend zu empfehlen, ernsthaft nachzudenken, ob ihre eigenen Vorschriften wirklich immer praxisorientiert passend sind und ob dieser spezielle Fall von nur circa 600 Metern in Wetzlar als Ausnahme von der Regel zu behandeln ist, um die umweltschädigenden rund 45 Kilometer Umweg oder den Weiterbau der A 480 zu vermeiden. Da der Wiederaufbau der B 49 (logisch mit Lärmschutz für Garbenheim und Wetzlar) dauerhaft klar die beste Lösung ist, wünsche ich den Bürgerinitiativen und der betroffenen Bevölkerung viel Kraft und Ausdauer, die Verantwortlichen in Wiesbaden, Berlin und Wetzlar auf den Weg der Vernunft zu bringen.

Willi Heß, Heuchelheim

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