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»Deutsches Publikum ist fantastisch«

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Auf seiner letzten Tour macht der erfolgreiche Sänger, Gitarrist und Komponist Chris Thompson am 19. Mai Station in Gießen. Im Interview erzählt er, dass auch noch ein Studio-Album geplant ist.

Gießen . Er ist weltbekannt als Sänger der »Manfred Mann’s Earth Band«, eroberte mit Hits wie »Blinded by the Light« die Charts, brachte auch zahlreiche Soloalben heraus und stand mit anderen Rock- und Pop-Größen wie Elton John, Alan Parsons oder Bonnie Tyler auf der Bühne oder im Studio: Chris Thompson hat im Laufe seiner mittlerweile fast sechs Jahrzehnte währenden Karriere als Sänger, Gitarrist und Komponist wahrlich viel erreicht. Inzwischen 75 Jahre alt, geht der gebürtige Engländer, der heute in Belgien lebt, ein letztes Mal auf Tour. Dabei macht er am 19. Mai (Beginn: 19.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr) auch in der Kongresshalle Station, im Rahmen einer PS-Los-Veranstaltung der Sparkasse Gießen und begleitet von der Mads Eriksen Band. Während der Kartenverkauf weiter läuft, bekam der Anzeiger Gelegenheit, mit ihm ein Interview zu führen.

Herr Thompson, haben Sie die Entscheidung zu Ihrer »Final Round«, wie der Titel der Tour auf Englisch heißt, während der langen Corona-Pause getroffen?

Nein, die Pläne dafür sind bereits 2019 entstanden. Eigentlich sollte die Tour 2020/21 stattfinden, dann aber kam die Corona-Pandemie und wir mussten alles auf ungewisse Zeit verschieben.

Warum, meinen Sie, ist nun der Zeitpunkt für diesen Schritt gekommen?

Zum einen bin ich jetzt ein alter Mann. (lacht) Ich toure schon seit meinem 16. Lebensjahr und hatte in meiner Musikerkarriere viel Glück. Nun möchte ich aufhören, solange ich noch fit bin und stimmlich auf der Bühne die Erwartungen meiner Zuhörer erfüllen kann.

Unter Ihren über 20 derzeitigen Konzertterminen sind neben einigen in Norwegen und der Schweiz vor allem Orte in Deutschland zu finden - wie kommt das?

Das deutsche Publikum ist fantastisch. Es half mir sehr dabei, meine Karriere am Laufen zu halten. Und das auch in den Zeiten, wenn es für mich mal nicht ganz so gut lief.

Sind Sie in der Vergangenheit bereits einmal in Gießen aufgetreten?

Das nicht, aber ich war schon mal hier. 2019 legten wir in Gießen auf der Durchfahrt mit dem Auto in einem Restaurant eine Pause ein, weil wir hungrig waren. Damals haben wir auch schon einmal unseren jetzigen Veranstaltungsort (die Kongresshalle, Anm. d. Red.) von außen in Augenschein nehmen können.

Nach Ihrer letzten Tour soll noch Ihr letztes Studio-Album erscheinen. Können Sie etwas mehr verraten?

Es hat bislang noch keinen Titel, soll aber im November veröffentlicht werden. Einen Song muss ich dafür noch schreiben, zehn sind schon fertig. Die meisten davon haben wir bereits während der Corona-Pause aufgenommen.

Schließlich möchten Sie auch ein weiteres Live-Album veröffentlichen: Könnten auch einer oder mehrere Songs aus Gießen darauf enthalten sein?

Nein, denn es ist die Aufzeichnung eines Auftritts 2019 in Bensheim. Ich bin gerade dabei, das Konzert für die Veröffentlichung abzumischen.

Wenn Sie heute auf Ihre lange Karriere als Musiker zurückschauen: Welche Momente, Auftritte, Songs und Alben sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Das sind so viele, da fällt es mir schwer, einige wenige herauszugreifen. Generell bin ich auf so vieles stolz, was ich auch mit der Hilfe von anderen machen konnte. Zu meinen schönsten Erfahrungen gehören der Song »Thunder Child«, den ich 1978 für Jeff Waynes Version von »War of the Worlds« (H.G. Wells’ »Krieg der Welten«, Anm. d. Red.) aufgenommen habe. Bei den Live-Auftritten erinnere ich mich besonders gerne an die fünf Jahre mit Alan Parsons. Es war ein solcher Nervenkitzel, mit ihm und den anderen Musikern auf der Bühne zu stehen. Gerade als jemand, der wie ich als junger Mann weit entfernt von alldem in Neuseeland aufgewachsen ist.

Im Internet ist zu lesen, Sie möchten nach dem Ende Ihrer Karriere die berühmte »Route 66« in den USA mit einem Cabrio entlangfahren, stimmt das?

Tatsächlich beinhalten meine Zukunftspläne sogar die »Route 66« (quer durch die USA von Illinois bis Kalifornien, Anm. d. Red.) und den »Highway 1« (entlang der Ostküste, Anm. d. Red.). Vor allem aber möchte ich nun alle Dinge tun, für die ich bisher keine Zeit gefunden habe.

Sie leben in Belgien und nicht in Ihrem Geburtsland England: Was ist der Grund dafür?

Meine Frau stammt aus Belgien. Ich fühle mich dort sehr wohl. Außerdem hat Belgien das beste Gesundheitssystem der Welt, was für jemandem im Alter von 75 Jahren besonders wichtig ist. (lacht)

Ihr kompletter Name lautet Christopher Hamlet Thompson: Wie kam es zu Ihrem zweiten Vornamen, waren Ihre Eltern etwa Shakespeare-Fans?

In unserer Familie ist es schon seit Generationen Tradition, dass männliche Familienmitglieder »Hamlet« als zusätzlichen Vornamen tragen. Diese Tradition wird aber mit mir enden.

Haben Sie Kinder?

Ja, zwei Töchter und einen Sohn.

Auf welche Songauswahl dürfen sich die Konzertbesucher am 19. Mai in Gießen freuen?

Ich werde ein »Best Of« meiner Titel präsentieren. Viele der alten, bekannten Hits, aber auch ein paar neue. Mir geht es bei dieser Tour vor allem darum, mich beim Gießener und deutschen Publikum für die mir so lange entgegengebrachte Sympathie und Unterstützung zu bedanken.

Die Eintrittskarten , die je 25 Euro kosten, sind online erhältlich über den Ticketshop auf www.sparkasse-giessen.de.

PS-Los-Sparende der Sparkasse Gießen erhalten vergünstigt Karten. Der Rabattcode ist erhältlich beim Sparkassen-Direkt-Service unter der Telefonnummer 0641 / 704-70422 oder in den Filialen.

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