Deutschkurs-Teilnehmer sehen Studium in Gießen als "eine große Chance für mich"

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GIESSEN - (ebp). Ein Sprachenmischmasch aus Deutsch und Englisch tönt durch das Gästehaus der Justus-Liebig-Universität (JLU). Im Foyer reiht sich eine Köstlichkeit an die nächste: Mlyntsi (ukrainische Pfannkuchen), Cholent (ein jüdischer Eintopf) oder Mandazi (eine leicht süße Teigspeise aus Afrika) - vorbereitet von internationalen Studierenden. Alles wartet auf den Beginn des Abschlussabends des Internationalen Frühlingskurses.

Drei Wochen lang haben 86 Studierende aus 29 verschiedenen Ländern gemeinsam ihre Deutschkenntnisse vertieft, dabei Stadt und Universität näher kennengelernt. Unter ihnen auch Yuka Kudo aus Japan. Die junge Frau studiert deutsche Literatur und ist zum ersten Mal in Deutschland. Was ihr hier besonders gut gefällt? "In Gießen gibt es so viele verschiedene Cafés", sagt sie im Gespräch mit dem Anzeiger.

In ihrer japanischen Heimat finde man dagegen immer die gleichen Coffeeshops einer großen amerikanischen Kette. Bei der neugewonnenen Vielfalt hat sie sich auch gleich durch viele verschiedene Kuchen und Torten probiert - und Kirschkuchen zu ihrem Favoriten erklärt. Neben Literatur interessiert sich Kudo auch für klassische Musik. Vor allem Ludwig van Beethoven hat es ihr angetan, dessen 9. Sinfonie sie auch gleich anfängt zu summen. Daher durfte für sie ein Ausflug nach Bonn zum Geburtshaus des Komponisten nicht fehlen.

Mentoren als Hilfe

Einige Meter weiter steht Saiful Islam aus Bangladesh. Er studiert Veterinärmedizin und freut sich über die vielen Angebote für Studierende in Gießen. Für Islam ist es nicht der erste Studienaufenthalt in Europa. Zuvor war er bereits in Belgien, doch dort seien die Mieten, das Essen und auch das Studium selbst viel teurer gewesen als in Deutschland. "Ich bin sehr dankbar, dass es hier in Gießen keine Studiengebühren gibt", sagt er. Damit sich Saiful Islam und seine neuen Kommilitonen schnell in Gießen einleben, standen ihnen studentische Mentoren zur Seite. Sylka Schaefer studiert Deutsch und Englisch auf Lehramt, arbeitet als studentische Hilfskraft im Akademischen Auslandsamt der Universität und ist bereits seit drei Jahren als Mentorin im Einsatz. "Wir haben die Studierenden vom Bahnhof abgeholt und ihnen bei einem Willkommenstag die Räumlichkeiten gezeigt", erzählt sie. Auch Ausflüge und eine Stadtrallye wurden für die ausländischen Gäste organisiert und bei Problemen standen die Mentoren als Ansprechpartner zur Verfügung. "Wir sind ja auch alle Studierende - da kann man offener über mögliche Probleme sprechen", findet Schaefer.

Miriam Mukoda stammt aus Uganda und erinnert sich an die Ausflüge, die sie gemeinsam mit der Gruppe unternommen hat: "Wir waren in Wiesbaden im Landtag, in Fulda und auf der Wasserkuppe - das war sehr schön". In Gießen hat sie sich für den Masterstudiengang "Transition Management" eingeschrieben und dafür ein Stipendium erhalten: "In Deutschland zu studieren ist eine sehr große Chance für mich". Im Foyer steht derweil Vadym Honchar aus der Ukraine und unterhält sich auf Deutsch mit einer Sprachlehrerin. Der junge Mann hat bereits in Abendkursen Vokabeln gepaukt, ehe er am Frühlingskurs teilnahm. "Ich habe viele neue Leute aus verschiedenen Ländern kennen- und jeden Tag etwas Neues gelernt", sagt er und stellt sein Können mit einigen deutschen Redewendungen unter Beweis.

Gemeinsames Essen

Enea Gjoka aus Albanien studiert bereits seit einem Semester in Gießen und fühlt sich sehr wohl. "Die Deutschen sind immer freundlich und hilfsbereit, auch wenn ich die Sprache noch nicht so gut spreche", erklärt er. Den Frühlingskurs hat er genutzt, um seine Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen. Für die Teilnahme erhielt Gjoka, wie auch alle anderen Absolventen des Kurses, ein Zertifikat, ehe der Abend bei einem gemeinsamen Essen ausklang. Foto: Pfeiffer

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