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Die Kraft der Farbe und des Lichts

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Widmete sich bevorzugt der Natur: Maler Günther Hermann. Repro: Hermann © Red

Willingshausen (red). Aquarelle, Radierungen und Ölbilder des 2020 verstorbenen Gießener Malers Günther Hermann sind in einer neuen Ausstellung in der Kunsthalle Willingshausen zu sehen. Dr. Friedhelm Häring, Kunsthistoriker und langjähriger Direktor des Gießener Oberhessischen Museums, widmete sich in seiner Einführung dem viele Jahre in Fronhausen lebenden Künstler.

Hermanns Werke seien »ungewöhnlich schöne, sinnlich, rauschhafte Farbexplosionen, die am Thema der beschienenen Welt das Lob der Schöpfung feiern«, erklärte Häring. In großer Gradlinigkeit habe der 1956 in Gießen geborene Künstler seine Meisterschaft seit seinem Studium an der Städel’schen Kunstakademie in Frankfurt aus den Trends und Strömungen der 70er Jahre weiterentwickelt.

Auf seinen vielen Reisen durch Europa und Übersee habe er die selbstständige Kraft der Farbe und die einzigartige Energie des Lichts entdeckt. Hermann beschäftigte sich mit den Impressionisten und legte sich wie sein Vorbild Claude Monet einen Malergarten mit Teich, Blumen, blühenden Büschen und Bäumen mit Dahlien, Lilien und Seerosen an, um das Erlebnis der jahreszeitlichen Wandlung und Metamorphose immer vor Augen zu haben. »Die Malerei wurde ihm zur filternden Reflexion über die Natur, die Schöpfung und ihren Sinn in der Fülle von allem Werden und Vergehen und neuem Erblühen«, so Häring weiter.

Exkursionen haben Hermann nach Teneriffa, Sylt oder Südfrankreich geführt. »In seiner hessischen Heimat fand er in Hutebuchen, Eichen und der Fülle der verehrten Bäume hinreichend Motive. Auf diese konnte der beliebte Lehrer an der Volkshochschule in Gießen seine zahlreichen Schüler, als unmittelbaren Blick auf dieses Wunder der Wandlungsenergie aus dem Sonnenlicht, ebenso verweisen«, erklärte Häring. Die Ausstellung in Willingshausen zeige, »in Erinnerung an einen der bedeutenden Künstler aus Hessen, einen ebenso schönen wie gedankenreichen Überblick aus seinem breiten Schaffen. Am Erscheinungsbild der Welt, zwischen Sein und Sinn, Wildwuchs, Parks, Alleen und Wellen öffnet es die Himmel«, schwärmte der Laudator.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Willingshausen läuft bis zum 27. März. Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags zusätzlich von 10 bis 12 Uhr. Der Eintritt kostet 5 (2) Euro.

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