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Die Qual der Wahl

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Von: Petra A. Zielinski

Gießen (paz). Rund 320 duale Ausbildungsberufe und exakt 20 359 Studiengänge gibt es aktuell in Deutschland. Da den Überblick zu behalten, fällt schwer. Aus diesem Grund lud die Herderschule dieser Tage bereits zum vierten Mal die Schüler(innen) der zwölften und 13. Klasse sowie deren Eltern zur »Informationsveranstaltung zur Berufs- und Studienorientierung« ein.

»Leute mit guten Abschlüssen sind gefragter denn je«, betonte Schulleiter Stefan Tross gleich zu Beginn der Veranstaltung. Es gelte, sich jedoch gut zu informieren um die für einen selbst passende Ausbildung oder Studium zu finden. »Nichts ist schlimmer als eine falsche Entscheidung zu treffen.«

Dass für die berufliche Entscheidungsfindung Eltern eine große Rolle spielen, erklärte Andreas Loos, an der Herderschule zuständig für die BSO-Koordination. So habe eine Umfrage ergeben, dass 63 Prozent der Schüler sich bei der Berufs- oder Studienwahl von ihren Eltern beraten lassen. Deutlich mehr als von Freunden, Lehrern oder Berufsberatern. Andererseits habe eine von der Stiftung der deutschen Wirtschaft in Auftrag gegebene Online-Umfrage gezeigt, dass 76 Prozent der Eltern keine Vorstellung davon hätten, welche Berufe es zukünftig geben werde.

Hohe Studiendichte

Mit Kurzvorträgen gaben Vertreter der Justus-Liebig-Universität (JLU), der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) sowie der Bundesagentur für Arbeit einen kleinen Überblick über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten. So bietet die JLU nach Auskunft von Alexander Kohrt von der Zentralen Studienberatung über 90 Studiengänge an. »Wir sind ein guter Forschungsstandort mit weltweit über 100 Partnerschaften und Kooperationen«, führte er aus. Die Studentenzufriedenheit sei hoch, das Beratungs- und Serviceangebot umfangreich.

»Wir haben in Gießen nicht nur eine ausgeprägte Studienkultur sondern auch die höchste Studiendichte in Deutschland«, so Korth. Interessant sei, dass ein Viertel aller Studenten an der JLU Lehramt studieren würden. Als Beispiel für ein Alleinstellungsmerkmal nannte er den neuen Studiengang »Physik und Technologie für Raumfahrtanwendung«.

Rund 70 Bachelor- und Masterstudiengänge können an der THM belegt werden. »Wir haben über 18 000 Studenten und 500 Dozenten«, berichtete Daniel Becker, der im dritten Semester Softwaretechnologie studiert. Beim dualen Studium - »StudiumPlus« - an der THM werde die Praxis großgeschrieben. So sei das Studium mit der Ausbildung in einem Unternehmen verbunden. Laut Daniel Becker arbeitet die THM hier mit 950 Partnerunternehmen zusammen.

Petra Rothhardt von der Agentur für Arbeit stellte ein neues Modul auf der Webseite der Agentur vor. »Check U« biete jungen Menschen die Möglichkeit, zu testen, welcher Beruf der richtige für sie ist. Darüber hinaus zeigte die Expertin, wie sich ein Studium am besten finanzieren lässt und ab welchem Einkommen Bafög beantragt werden kann. Zweimal im Monat ist die Berufsberaterin zu festen Sprechzeiten an der Herderschule und beantwortet Fragen.

Im Anschluss an die Vorträge stand neben den Referenten auch Petra Michels vom Freiwilligendienst Volunta Rede und Antwort. Volunta gehört zum Deutschen Roten Kreuz und vermittelt Freiwilligendienste sowohl im In- als auch im Ausland.

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