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Die schönsten Seiten der Heimat

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Der Heuchelheimer See in stimmungsvollem Licht. © Heiner Schultz

Gießen. In der Pandemie haben viele Menschen die Liebe zur Heimat neu entdeckt - und mit der Kamera festgehalten. Die Kulturkirche St. Thomas Morus präsentiert jetzt die Ergebnisse eines Fotowettbewerbs, bewertet von einer Profijury, mit dem Titel »Heimatliebe«.

Mehr als 160 Einsendungen

Inspiration des Projekts war ein Satz des Filmregisseurs Edgar Reitz (»Heimat«): »Heimat ist immer etwas Verlorenes, eine Sehnsucht, die sich nie erfüllen lässt.« Im vergangenen Jahr wurden Fotoamateure eingeladen, ihre Verbindung mit der hessischen Heimat zu visualisieren.

Über 60 Fotografen beteiligten sich an dem Wettbewerb. Aus ihren über 160 Einsendungen wählte die Jury um den Presse-Fotograf Oliver Schepp, die Fotografin und Autorin Katrina Friese und Theater-Fotograf Rolf K. Wegst die besten 20 Bilder aus. Die ersten drei Preisträger wurden besonders prämiert. Herausgekommen ist ein spannender, ausgefallener, kreativer und individueller, persönlicher Blick auf die Heimat - von Gießen bis Kassel, Marburg und Frankfurt.

Wie zu erwarten war, sind einige Ansichten vertrauter Objekte, Gebäude und Landschaften aus dem Gießener Raum zu sehen. Es finden sich aber auch andere Motive, die sich nicht sofort geografisch zuordnen lassen. Dabei gaben sich die Amateurfotografen große Mühe, ästhetisch hochwertige Landschaftsbilder zu schaffen, und es kamen einige sehr schöne Arbeiten dabei heraus.

Den ersten Preis erhielt der Gießener Felix Reinhard, der eine junge Frau im roten Kleid durch eine blühende Szenerie gehen lässt. Ein prägnanter Moment gelang auch Reimund Schmidt-DeCaluwe (zweiter Preis), der einen nachdenklich blickenden Schäfer zeigt. Michael Ramm aus Kassel erhielt den dritten Platz für den Pavillon, den er in einem schneebedeckten Park fand, ein Bild wie gemalt.

Pure Energie verströmt Ramms zweites Bild, in dem fünf Biker durch eine sonnendurchflutete Waldallee fahren. Man spürt förmlich die enorme Kraft, die sich hier vermittelt. Geradezu idyllisch fotografierte Peter Schneider aus Biebertal eine Szene aus dem Gail’schen Park, ein winziges Fachwerkhaus inmitten farbensprühender Herbstpflanzen, ein Bild, das fast zum Meditieren einlädt. Mathieu van der Linden aus Fernwald fotografierte den Heuchelheimer See in einem Moment, als die untergehende Sonne die Landschaft in ausdrucksstarkes Licht tauchte.

Christoph Handrack aus Gießen besuchte eine Handvoll Rinder auf der Weide (»Kennen wir uns?«), die zutraulich und vielleicht etwas neugierig an den Zaun kamen. Man sieht noch mehr exzellent gemachte Landschaftsbilder, leider nur selten mit Ortsangabe, die außer von technischem Sachverstand auch von einer unverzichtbaren Eigenschaft zeugen: der Geduld, zu warten, bis der Himmel endlich richtig von Wolken bedeckt ist und die Sonne nicht gerade Pause macht: Chapeau!

Die Ausstellung ist bis auf Weiteres am Rande von Gottesdiensten und Konzerten in St. Thomas Morus zu sehen.

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