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Die Zeichen stehen auf Zukunft

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Die Rhythmische Sportgymnastik erlebt einen Boom bei der TSG, hier eine Gruppe mit Trainerin Julia Jurisic beim Turnier in Wieseck. Foto: privat © privat

Bernhard Zirkler ließ 40 Jahre Vereinsgeschichte bei der Mitgliederversammlung Revue passieren. Der Gründer ist heute noch Vorsitzender der breitaufgestellten Tanzsportgemeinschaft.

Gießen (red). Am 24. Juni 1982 trafen sich 27 Mitglieder des Rot-Weiß-Clubs Gießen im Hotel Köhler zur Gründungsversammlung eines neuen Tanzsportvereins. Unzufrieden mit den ihrer Meinung nach nicht mehr zeitgemäßen Strukturen und der Ausrichtung des Traditionsvereins sowie unterschiedlichen Vorstellungen über die Jugend- und Nachwuchsarbeit, beschlossen sie eigene Wege zu gehen. Unter der Führung des Trainerpaares Bernhard Zirkler, der als Vorsitzender gewählt wurde und dieses Amt seit diesem Tag ununterbrochen begleitet, und Brigitte Klückes gründeten sie die »Tanzsportgemeinschaft Blau-Gold Gießen«. Jetzt kamen die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung zusammen und Zirkler ließ 40 Jahre Vereinsgeschichte Revue passieren.

Schnell entwickelte sich der junge Verein zu einem der führenden Tanzsportvereine in Deutschland mit Teilnehmern und Medaillenträgern bei Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften. Ralf Burk/Alice Trabert, Holger Viehl/Jutta Hermann und Franco Formica mit seinen Partnerinnen Claudia Storck, Alice-Marlene Schlögl und Oksana Nikiforova repräsentierten die TSG international.

Nachwuchsarbeit

Trotz aller Erfolge und der zweimaligen Verleihung des »Grünen Bandes« für vorbildliche Nachwuchsarbeit im Sportverein - spannungsfrei war das Verhältnis in der Vereinsführung nicht. Im Jahr 2000 kam es zum Zerwürfnis und die TSG stand vor einem Scherbenhaufen.

Mit knapp über 100 verbliebenen Mitgliedern startete Bernhard Zirkler einen Neuanfang mit der konsequenten Ausrichtung auf die Kinder- und Jugendarbeit über die Standard- und Lateintänze hinaus. Breakdance, Hip-Hop und Ballettgruppen starteten erfolgreich und schon 2012 verzeichnete die TSG wieder 500 Mitglieder.

Über das erfolgreiche Experiment Polesport öffnete sich der Tanzsportverein besonders für Fitness- und danach auch für Kampfsportangebote und formte sich zu einem Mehrspartenverein um. Heute bestehen Mitgliedschaften in verschiedenen Verbänden wie dem Turnerbund und dem Judoverband und das 2000ste Mitglied konnte im Frühjahr begrüßt werden.

Unerwartet stellten sich auch sportliche Erfolge ein. Die Pole- und Aerial-Hoop Sportler dominierten die Szene in Deutschland und waren bei Weltmeisterschaften Medaillengewinner. Simon Koch und Nicole Gouriya errangen Goldmedaillen, was zuvor noch nie Deutschen Athleten in diesen Disziplinen gelungen war.

Auch die Judoka erreichten mit Karina Sydykova den Deutschen Meistertitel bei den Junioren und kämpfte in Kirgisistan, Libanon und Thailand. Die Breakdancer, Kickboxer und Taekwondo-Kämpfer repräsentieren die TSG erfolgreich. Ein enormes Wachstum verzeichnen die neue Gruppe Rhythmische Sportgymnastik mit ersten sportlichen Erfolgen und die Kinderturn- und Parkourgruppen. In der Corona-Zeit konnte durch ein breites Online-Angebot mit 100 Angeboten der Mitgliederverlust im Rahmen gehalten werden. Die Zeit wurde genutzt in die Digitalisierung des Vereins über 60 000 Euro zu investieren, Mittel die zum großen Teil durch Zuschüsse gedeckt wurden.

Hier sprach Zirkler einen besonderen Dank an Christina Bischoff-Moos aus, die die Einrichtung der App, die Schulungen der Mitarbeiter, das Verwaltungsprogramm der Mitglieder, die Raumbelegung von 170 Kursen und den Einsatz der über 80 Trainer übernommen hatte.

»Bei der Raumbelegung stoßen wir an unsere Grenzen!« führte Zirkler eine Problemsituation an und führte als Beispiel die expandierende Gruppe Rhythmische Sportgymnastik an. Diese hat zum Teil Teilnehmerzahlen von bis zu 30 Mädchen in einem Raum und für das Wettkampftraining fehlt in Gießen eine Halle mit entsprechender Deckenhöhe. Beim Kinderturnen und in anderen Abteilungen sehe es genauso aus.

»Gießen tanzt«

Im folgenden ging Zirkler auf die ersten Veranstaltungen in diesem Jahr ein. In der Sporthalle Wieseck wurden die neuen Gruppen Rhythmische Sportgymnastik und Judo präsentiert. »Besonders begeisterten unsere jungen ukrainischen Flüchtlinge, die zum Teil in ihrer Heimat in Sportinternaten über 30 Stunden die Woche trainiert hatten und leistungsmäßig, besonders in der Gymnastik, in einer eigenen Liga turnten«, so der Vorsitzende. Über 70 Ukrainer treiben inzwischen bei der TSG Sport.

»Gießen tanzt« steht wieder auf dem Programm: Am 6. November wird sich Blau-Gold mit einer Vielzahl von attraktiven Darbietungen in der Kongresshalle präsentieren.

Steffen Hofacker konnte erneut über eine positive Entwicklung der Finanzen berichten und Klaus Rumpf als Kassenprüfer bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung.

Bernhard Zirkler dankte seinen stellvertretenden Vorsitzenden Julia Haitsch und Steffen Hofacker und den Beauftragten und Trainern für ihre engagierte Arbeit. Sie bilden die Grundlage für diese erfolgreiche Entwicklung und er nannte die Ziele für das kommende Jahr: die Erschließung neuer Unterrichtsräume und der mitgliederstärkste Sportverein Gießens zu werden.

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