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Dieser Auftritt hat sich echt gelohnt

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So viel Geld haben Jan Penner, Marisa Lenz, Mika Rau und Maximilian Lösel mit Straßenmusik noch nie erspielt. © privat

Vier Mitglieder der Gießener Band »woanders« haben mit Straßenmusik für den »Ukraine-Notfallfonds« gesammelt. Das Ergebnis hat die jungen Leute ziemlich überrascht.

Gießen (bl). Eigentlich machen Marisa Lenz, Jan Penner, Maximilian Lösel und Mika Rau Straßenmusik zum Spaß. Als Mitglieder der Gießener Band »woanders« haben sie darin wohl auch eine gewisse Übung. Und obendrein noch ein paar Euro zu verdienen, kann ja ebenfalls ein schöner Anreiz sein. Ihr jüngster Auftritt am Kugelbrunnen und am Kirchenplatz aber hatte einen »sehr ernsten Hintergrund«. Denn knapp 48 Stunden zuvor waren russische Truppen völkerrechtswidrig in die Ukraine einmarschiert. Wie viele andere Menschen »fühlten wir uns machtlos«, berichtet Mika Rau. Was dann aber zwischen 11 und 15 Uhr passierte, hat die jungen Leute doch selbst überrascht und verblüfft.

Dass die Solidarität mit der Ukraine sehr groß ist, ist momentan überall zu spüren. Beinahe täglich wird dies bei Kundgebungen bekräftigt, zudem rollen Hilfstransporte in Richtung Osteuropa. Auch die vier Musiker wollten ein Zeichen setzen. Also stellten sie ein handbemaltes Pappschild mit der ukrainischen Flagge auf und wiesen darauf hin, alle Einnahmen an den »Ukraine-Notfallfonds« des »International Rescue Committee« (IRC) zu spenden. »Noch bevor wir den ersten Song anstimmen können, liegt die erste Spende in unserem Gitarrenkoffer«, schildert Mika Rau. Viele Passanten seien stehen geblieben, hätten zugehört und erzählt, sowieso spenden zu wollen. Nur hätten sie sich noch nicht informiert, wo und wie das am besten geht. Nur einer habe gemeint, man müsse bedenken, »dass die Ukraine lange Teil von Russland war«.

Als Marisa Lenz, Jan Penner, Maximilian Lösel und Mika Rau vier Stunden später das letzte Lied spielen, sich bedanken und die Instrumente einpacken, ahnen sie noch nicht, wie viele Scheine und Münzen in den Koffer gewandert sind. »Erst am nächsten Tag zählen wir und können es nicht fassen: 2532,06 Euro sind zusammengekommen.« Was bleibt, ist ein »wohlig warmes Gefühl, etwas Gutes getan zu haben« - und die Erkenntnis, »dass wir doch nicht so machtlos sind, wie es manchmal scheint«.

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