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»Digitalisierung bislang nicht im Fokus«

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Thierry Fimmel und Dorothee Haberland schaffen im Kundencenter Raum für »mehr persönlichen Austausch«. © Scholz

Die städtische Wohnbau Gießen verändert ihr Gesicht seit einiger Zeit. Nächster Schritt auf dem Weg ist ein neues Kundencenter.

Gießen (olz). Seit einigen Jahren geht die städtische Wohnbau neue Wege. Mit dem Kundencenter in der Ludwigstraße 6 macht sie nun den nächsten Schritt. »Wir möchten, dass Kundenanliegen hier zügiger bearbeitet werden«, erklärt Dorothee Haberland. Seit April laufe die Testphase für das Zentrum, das in die Zuständigkeit des neuen Bereichsleiters Kundenservice, Thierry Fimmel, fällt. »Ich habe vorher bereits bei einem kommunalen Wohnungsunternehmen gearbeitet und war dort Teamleiter der Immobilienbewirtschaftung«, stellt sich der 36-Jährige vor. Seit Januar arbeitet er bei der Wohnbau.

Alle relevanten Daten einsehen

Freundlich und hell wirken die 113 Quadratmeter des Kundenzentrums. Wohnbau-Farben und Logo prägen den Raum, der mehrere kleine Häuschen umfasst. In ihnen sind Schalter für die Kunden untergebracht, denen etwa für die Unterzeichnung von Verträgen ein separates Besprechungszimmer zur Verfügung steht. »Wir freuen uns unheimlich, dass wir mit der Eröffnung des Kundencenters nun täglich von Montag bis Freitag und persönlich für unsere Mieter und Wohnungssuchende erreichbar sind. Nach der langen Pandemie-Unterbrechung wird es Zeit für mehr persönlichen Austausch«, betont Haberland. Die Kundenbetreuer leisteten abwechselnd Dienst in dem Center, so dass »immer kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen«, berichtet die Geschäftsführerin. Die Öffnungszeiten würden noch geplant. Neu sei auch, dass die Betreuer nun alle relevanten Mieterdaten einsehen könnten, unabhängig von der Bezirkszuordnung. Rund 80 Prozent der Anliegen könnten deshalb sofort erledigt werden. »Dadurch können die Kundenbetreuer mehr in die Quartierarbeit eingebunden werden«, verdeutlicht die Wohnbauchefin. So stünden sie als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung, auch für die Zusammenarbeit mit Gremien wie den Mieterräten. Insgesamt befinde sich die Wohnbau in einem großen Veränderungsprozess, Digitalisierung stand in der Wohnbau bislang nicht im Fokus.

Das ändert sich, auch durch das neue digitale Interessenmanagementsystem, bei dem sich Wohnungssuchende »schnell und unkompliziert« registrieren könnten. Bislang sei die Registrierung beim Unternehmen vor Ort notwendig gewesen. Vieles sei mittlerweile online möglich, darunter auch die Vereinbarung von Terminen, ergänzt Fimmel. Haberland hebt hervor, das der Vergabeprozess so noch transparenter werde und sich auch die städtischen Vergaberichtlinien für Sozialwohnungen in das System integrieren ließen. »Wer mit der digitalen Welt nicht zurechtkommt oder Fragen hat, der besucht die Wohnbau im neuen Kundencenter«, informiert die Gesellschaft. Ihre Mietinteressentenliste liegt derzeit bei 750.

Mehr als 20 interne Projekte

Das neue Managementsystem sei eines von aktuell mehr als 20 internen Projekten des Unternehmens. Sie befassten sich neben dem Kundenservice etwa auch mit Klimastrategien oder Baustandards. »Ich bin unheimlich stolz auf die Wohnbau-Mannschaft und danke allen, die an den Projekten mitwirken«, lobt Haberland. Besonders hervorzuheben sei, dass die Projekte von Mitarbeitern des Unternehmens geleitet würden. Bereits seit Herbst 2021 verfügt die Wohnbau zudem über einen neuen Mieterrat. Die Wahlbeteiligung sei mehr als achtmal so hoch wie 2015 gewesen. Unterstützung sucht das Gremium etwa im Philosophenwald.

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