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Durchfahrtsverbot wird regelmäßig ignoriert

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Von: Benjamin Lemper

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Auf oder zu? Längst sind noch nicht alle Autofahrer bereit, das Durchfahrtsverbot zum Brandplatz zu beherzigen. Symbolfoto: Schäfer © Rüdiger Schäfer

Viele Autofahrer in Gießen nutzen aus, dass die neuen Schranken zwischen Kanzleiberg und Brandplatz noch nicht verschließbar sind. Was ist hier schiefgelaufen?

Gießen (bl). Schranke auf, Schranke zu, Schranke auf, Schranke zu: In jedem Parkhaus ist das ein normaler Vorgang, nachdem am Schalter regulär ein Ticket gezogen worden ist. Für die neuen Schranken zwischen Kanzleiberg und Brandplatz gilt das nicht. Denn die Durchfahrt ist mittlerweile gesperrt und soll nur noch von »Zugangsberechtigten« wie den Wochenmarktbeschickern genutzt werden können, seitdem die Stadt rund um die Neuen Bäue eine Fahrradzone eingerichtet hat. Tatsächlich lässt sich aber weiterhin im Minuten-, wenn nicht gar Sekundentakt beobachten, dass die entstandene Sackgasse einerseits noch vielen Autofahrern unbekannt zu sein scheint und andererseits regelmäßig gänzlich ignoriert wird - insbesondere in den Abendstunden. Vielleicht handelt es sich dabei auch um eine Form des Protests gegen die neue Regelung. Mancher Zeitgenosse, der die angebrachten Verkehrsschilder bisher wohl eher nur als Vorschlag betrachtet, hält Gleichgesinnten jedenfalls auch mal bereitwillig die wieder zugefallene Schranke auf oder gibt ob des Hindernisses verdutzten Pkw-Lenkern Tipps, wie sie sich unkompliziert öffnen lassen. Dass dies überhaupt so einfach möglich ist, liegt daran, dass die Schranken falsch geliefert worden seien und derzeit nicht abgeschlossen werden könnten, erklärt Stadtsprecherin Claudia Boje auf Anfrage des Anzeigers. Warum dem Hersteller dieser Fehler unterlaufen sei, könne sie nicht beantworten.

Letztlich gehe es »nur« darum, »in den beiden Halbschranken ein neues Schloss mit einer anderen Verriegelung einzusetzen«. Das könne aber noch eine bis zwei Wochen dauern.

Zugleich weist Claudia Boje erneut darauf hin, dass es generell nicht zulässig ist, Verkehrseinrichtungen »eigenmächtig zu bedienen«, und dass Autos, Motorroller oder sonstige Kraftfahrzeuge die ehemalige Zufahrt vom Kanzleiberg zum Brandplatz gemäß Beschilderung eben nicht mehr passieren dürfen. Ausgenommen ist der Radverkehr. Im Übrigen gelte das Verbot auch, wenn die Schranke offen steht. Entsprechende Schilder sollen ebenfalls noch von der Rückseite und an der mittig liegenden Verbindung installiert werden. Die dafür nötige Anordnung sei in Vorbereitung. Und solange noch nicht alles funktioniert wie erhofft, werde die Ordnungspolizei natürlich während ihrer »Bestreifung des Viertels« die Einhaltung kontrollieren.

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