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Dusche für den Sportplatzrasen

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Wasser marsch: Mit dem abgepumpten Schwimmbadwasser wurden die Rasenflächen besprüht. Foto: Jung © Jung

Abgepumptes Schwimmbadwasser für Grünflächen im Gießener Stadtteil: Kleinlindener Wehr und Nachwuchskräfte rücken zu besonderem Einsatz aus.

Gießen. Brennt es im Schwimmbad? Brennt es auf auf dem Sportplatz? Diese Fragen hätte man sich stellen können, als einige Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Gießen- Kleinlinden und die Jugendfeuerwehr dorthin mit zwei Fahrzeugen anrückten. Doch nein, es brannte nicht, aber drei Strahlrohre brachten die Brandschützer und ihr Nachwuchs trotzdem in Stellung. Nicht um zu löschen, sondern um dem verbrannten Rasen auf dem Sportplatz etwas Gutes zu tun und Wasser aus dem Freibad auf die arg lädierte, ehemalige Grünfläche, zu bewässern.

Die Idee, für diese ungewöhnliche aber beim TSV Kleinlinden willkommene Aktion, hatten Schwimmmeister Jan Norwig und der Chef der Gießener Bäderbetriebe, Uwe Volbrecht. Das Wasser aus dem großen Becken muss nämlich entfernt werden, weil - wie im vergangenen Jahr in Lützellinden - eine neue Folie eingebracht wird. Gerhard Kerzmann, Öffentlichkeitsbeauftragter vom TSV, und seine Vorstandskollegen freuten sich über die tolle Idee. Die Sorge, das Wasser könnte Chlor enthalten, ist unberechtigt, verrät Schwimmmeister Jan Norwig, denn im Blick auf die Schließung des Freibades am 4. September wurde dem Wasser nichts mehr beigegeben und durch Umwelt, Luft und Sonne verflüchtigen sich die Zusätze schnell.

Bevor die Mädchen und Jungen unter der Leitung von Jugendfeuerwehrwart Jonathan Lenz, für die der Schwimmbadeinsatz eine Übung darstellte, endlich loslegen konnten, musste das Löschfahrzeug mit der Pumpe in Stellung gebracht und der Saugschlauch zu Wasser gebracht werden. Dann leistete sie Schwerarbeit: 1000 Liter pro Minute saugte die Pumpe an, beförderte das Nass in den gelben Schläuchen über das Gelände zum Sportplatz. Mit Sprühstrahl wurde das Gelände nach und nach bewässert und die Nachwuchsbrandschützer hatten ihre Freude. Wehrführer Martin Hoffmann meinte, 100 000 Liter dürften auf diese Weise der Natur zugeführt worden sein.

894 Kubikmeter

Das Becken war allerdings damit noch nicht leer. Nach Angaben von Uwe Volbrecht sind 20 bis 25 Kubikmeter Wasser entnommen worden, das Fassungsvermögen der Becken beträgt 894 Kubikmeter.

Dem Rasen des Schwimmbads bekam die ungewöhnliche Dusche auch gut. Er hat jetzt Zeit zum Ruhen und im kommenden Jahr wird sich zeigen, ob die Pumpaktion am Ende des trockenen Sommers zum gewünschten Erfolg geführt hat.

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