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Ehrenamtliche in Schulalltag einbinden

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Die Gießenerinnen Annika Kruse und Amelie Haas wurden in den Bundesvorstand gewählt. © red

»Mentor« forderte bei seiner Fachtagung in Gießen, jetzt verstärkt ehrenamtliche Lernpartner in den Schulalltag einzubinden. Zwei Gießenerinnen wurden in den Bundesvorstand gewählt.

Gießen (red). Schulschließungen, Wechselunterricht und zuletzt massiver Unterrichtsausfall aufgrund der Pandemie haben bei vielen Schülern zu enormen Wissenslücken, Sorgen und psychischen Problemen geführt. Um die Schüler und Schülerinnen aufzufangen, bedarf es individueller Förderung und Betreuung, die viele Schulen aufgrund des Fachkräftemangels nicht leisten können.

Daher forderte der Bundesverband von Mentor - Die Leselernhelfer bei seiner Fachtagung in Gießen, jetzt verstärkt ehrenamtliche Lernpartner in den Schulalltag einzubinden. Vorsitzende Margret Schaaf: »Engagierte und gut qualifizierte Ehrenamtliche wie unsere Lesementoren stehen den Schulen schnell und langfristig zur Verfügung. So können wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen jetzt nicht wissentlich abhängt werden.«

Im Tagungshotel Heyligen-staedt berichteten Vertreter der 106 Mitgliedsvereine des Verbands, dass viele Erst- und Zweitklässler in den letzten zwei Jahren überhaupt nicht richtig lesen gelernt haben. Andere Grundschüler haben es wieder verlernt. Diese Beobachtungen bestätigte jetzt auch eine Studie der Technischen Universität Dortmund. Dabei ist Lesen so wichtig, weil es die Basis für das Lernen in allen Fächern bildet. Daher fördern unter dem Dach des Bundesverbands 13 000 ehrenamtliche Lesementor*innen 16 600 Lesekinder. Bei der Tagung setzten sie sich mit Strategien und Medien für die Leseförderung auseinander.

Dazu Dr. Annika Kruse, Vorsitzende des Regionalverbands Mentor Gießen: »Um Lesefreude zu wecken und Lese- und Sprachkompetenz aufzubauen, setzen wir nicht nur Bücher, sondern auch digitale Medien ein. Oft können wir damit auch Kinder motivieren, die sich sonst nur schwer für das Lesen begeistern lassen.«

Bei der sich anschließenden Mitgliederversammung wurden mit Amelie Haas und Annika Kruse zwei Vorstandsmitglieder des Gießener Vereins in den Bundesvorstand von Mentor - die Lesehelfer als Beisitzer gewählt. Huguette Morin-Hauser folgt als Vorsitzende auf Margret Schaaf, die nach neun Jahren im Amt nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Stellvertreterin ist Andrea Pohlmann-Jochheim und Manfred zur Mühlen wurde zum Schatzmeister bestimmt.

Wer sich in Gießen bei Mentor - Die Leselernhelfer für Schüler einsetzen möchte, findet auf der Internetseite www.mentor-giessen.de Informationen. Hier fördern die Ehrenamtlichen aktuell über 146 Jugendliche an zwölf Schulen.

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