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Ehrenamtswirken stärkt auch Helfer

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Sozialdezernent Francesco Arman mit den Empfängern der Ehrenamts-Card. Foto: Schäfer © Schäfer

Im Hermann-Levi-Saal wurde die Ehrenamtskarte an verdiente Ehrenamtler ausgegeben. Gewürdigt wurde im Rahmen einer Feierstunde das ehrenamtliche Engagement von Gießener Bürgern.

Gießen . Der ehemalige Schlagersänger Frank Zander erhielt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am diesjährigen Internationalen Tag des Ehrenamtes das Bundesverdienstkreuz. Der sogenannte »Engel der Obdachlosen« verköstigt alljährlich zu Weihnachten auf seine Kosten Hunderte von Nichtsesshaften. Am 5. Dezember wird dieser von der UN beschlossene Ehrentag des Ehrenamtes seit 1986 als Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements begangen. An diesem Datum wird auch der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an besonders engagierte Personen vergeben.

Einige Nummern kleiner ging es an dem Tag im Hermann-Levi-Saal zu. Hier wurde die Ehrenamtskarte an verdiente Ehrenamtler ausgegeben. Gewürdigt wurde im Rahmen einer Feierstunde das ehrenamtliche Engagement von Gießener Bürgern, die sich in besonderer Weise für die Gemeinschaft einsetzen. 19 ehrenamtlich Aktive nahmen als sichtbaren Ausdruck der öffentlichen Anerkennung und Wertschätzung die Ehrenamts-Card entgegen. Diese ermöglicht es, mehr als 1700 hessenweit gewährte Vergünstigungen zu nutzen.

Die musikalische Umrahmung der Feierstunde übernahmen am Flügel Sophie Hetfleisch, Michael Gleiser und Valeri Tschumatschenko von der Musikschule Gießen. Die Geschäftsführerin des Vereins Eltern helfen Eltern, Brita Ratzel, stellte Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement vor. Dabei betonte sie: »Wir tun ja nicht nur was für Andere, sondern auch für uns selbst.« Damit wollte sie ausdrücken, dass Altruismus eigentlich ein Selbstzweck für den Egoismus sei. Also das Wirken für die Gemeinschaft zum Nutzen des eigenen Wohles. Denn sich Engagierende profitierten selbst in vielerlei Hinsicht durch steigendem Selbstwertgefühl, Anerkennung, soziale Kontakte und mehr.

Sozialdezernent Francesco Arman hielt eine Laudatio »für all die Bürger in unserer Stadt«, die sich in besonderem Maße und über geraume Zeit hinweg für das heimische Gemeinwesen einsetzen. »Rund 40 Prozent der Menschen in Deutschland, die älter als 14 Jahre sind, engagieren sich auf die eine oder andere Art ehrenamtlich.« Das zeige, wie hoch der Stellenwert von freiwilligem Engagement in unserer Gesellschaft sei. Auch in Gießen betätigten sich die Ehrenamtlichen in ganz unterschiedlichen und vielfältigen Bereichen: Sport, Kultur und Musik, in sozialen Initiativen, als Elternvertreter an Schulen, im Förderverein für Kitas, in Kirchen und Religionsgemeinschaften, im Bereich Geselligkeit, für Natur- und Tierschutz, in der Jugend- und Bildungsarbeit, bei den Feuerwehren und Rettungsdiensten, in der Flüchtlingshilfe, in der Präventionsarbeit, in Gewerkschaften und auch in der ehrenamtlichen Politik.

Staat kann Lücken nicht füllen

»Sie sehen also: Wir haben bei uns eine ganz ausgeprägte Tradition und Struktur des Ehrenamtes. Als Sozialdezernent kann ich nur sagen: Zum Glück. Denn ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre unsere Gesellschaft ein ganzes Stück ärmer.« Viele Bereiche unseres Lebens würden nicht wie gewohnt oder gar nicht funktionieren, falls nicht die vielen Freiwilligen in ihrer Freizeit an ganz vielen Ecken unseres Gemeinwesens sich einsetzten. »Ich verrate Ihnen kein Geheimnis, dass der Staat und die Kommunen diese Lücken nicht füllen könnten, wenn es dieses ehrenamtliche Engagement nicht gäbe.« Deshalb freue er sich als Sozialdezernent über diesen freiwilligen Einsatz und sei sehr dankbar dafür. »Ehrenamt muss immer auch ein Angebot sein, sich persönlich zu entwickeln und zu entfalten. Ich bin jedoch nicht nur glücklich, so viele ehrenamtlich Engagierte in dieser Stadt zu haben, weil sie so viele Funktionen in unserer Stadt übernehmen. Die große Anzahl der sich freiwillig Engagierenden ist eben auch ein starkes Zeichen unseres gesellschaftlichen Zusammenhaltes.«

Arman bedankte sich abschließend für deren Zeit, fürs Dasein und Kümmern, für ihre Ideen und Einfallsreichtum, ihre Ausdauer und Geduld, für ihr Können und Wissen, ihre Leidenschaft und Tatkraft. 19 Ehrenamtler rückte er sodann ins Rampenlicht. Die Ehrenamts-Card erhielten: Björn Brenner (Ev. Behindertenseelsorge), Michaela Cawein (DRK), Angelina Feustel (THW), Christian Fleißner (Hospiz), Jörg Hildebrand (TSG Wieseck), Jan-Justin Kellerberg (Schülerverein Omnes), Edith Kissau (Hospiz), Heiko Merckel (Awo), Markus Mönicke (Wiesecker Kanuclub), Agnes Muschinski (Diakonie), Gerd Michael Oeler (Jugendwerkstatt), Volker Rieß (Ev. Luthergemeinde), Karin Schweitzer (Verein Ehrenamt), Christa Siek (DRK), Herbert Stündl (Deutscher Sportlehrerverband), Christina Wanner (Hospiz), Dr. Ingrid Weißmann (Freiwilligenzentrum), Brigitte Weitz (Hospiz), Lars-Christian Ziesner (Ökumenische Telefonseelsorge).

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