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Ein Accesspoint pro Klassenraum

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Die Digitalisierung der Schulen in Gießen schreitet voran, darüber informieren (v.l.) Uta Hinkelbein, Volker Schwenzfeier, Martina Schimmel und Astrid Eibelshäuser. © Czernek

Der für die Stadt Gießen vorgesehene Etat in Höhe von knapp 9,2 Millionen Euro ist vollständig für acht Großprojekte der Stadt verplant. WLAN in jedem Klassenraum ist eines dieser Projekte.

Gießen . »Die bereitgestellten Mittel aus dem Digitalpakt Hessen sind mittlerweile alle beantragt, so dass es keine zusätzlichen Mittel vom Land Hessen erst einmal geben wird«, sagte Dezernentin Astrid Eibelshäuser bei der Vorstellung des aktuellen Stands der Digitalisierung der Schulen in Gießen im Rahmen eines Pressegesprächs. Der für die Stadt Gießen vorgesehene Etat in Höhe von knapp 9,2 Millionen Euro ist somit bereits vollständig für acht Projekte der Stadt verplant.

Mehr als die Hälfte für neue Schultafeln

Die Bedarfe einer jeden Schule in Gießen wurden ermittelt und gingen in den acht Großprojekten auf: WLAN für Grund- und Förderschulen, WLAN für weiterführende Schulen, WLAN für berufliche Schule, Netzwerkinfrastruktur, Digitale Geräte, Aufbau eine zentralen Rechenzentrums, Firewall für alle Schulen und interaktive Bildschirme, wobei allein mehr als 5,3 Millionen Euro für diese neue Art der Schultafeln eingeplant sind.

Wenn alles installiert und aufgebaut ist, dann wird rund die Hälfte aller Klassenräume in Gießen mit einem solchen digitalen Bildschirm ausgestattet sein. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits Mittel in Höhe von rund drei Millionen Euro ausgegeben und Rest ist ebenfalls schon fest verplant. Ziel ist es, jeden Klassenraum, die Fachräume und weitere relevante Räume wie Bibliotheken mit WLAN auszustatten.

Nur kleine Stückzahlen

Dazu benötigt man einen Zugangsknoten, einem Accesspoint, ohne diesen macht auch die beste digitale Ausstattung keinen Sinn. In den Grundschulen ist diese Grundvoraussetzung nahezu vollständig umgesetzt, bestätigte Volker Schwenzfeier, Abteilungsleiter »IT an Schulen« im Schulverwaltungsamt. In den anderen Schulen sieht das noch sehr unterschiedlich aus. Dies läge jedoch vor allem an den aktuell bestehenden Lieferengpässen. »Wir bekommen diese Geräte nur in sehr kleinen Stückzahlen, die dann sofort verbaut werden«, sagte der Abteilungsleiter dazu. »Wir haben im Mai 2021 die Accesspoints bestellt und im November die ersten erhalten«, bestätigte Uta Hinkelbein, Leiterin des Schulverwaltungsamts.

Zusätzlich zu den im Digitalpakt beantragten Mitteln wurden im vergangenen Jahr 2300 digitale Endgeräte für Schüler und 1700 Geräte für die Lehrer in Gießen angeschafft, so dass das Volumen im Bereich der Digitalisierung der Gießener Schulen rund 13 Millionen Euro ausmachen wird.

1000 Computer ausgetauscht

Die Rahmenbedingungen für den Digitalpakt wurden 2019 durch den Bund beschlossen und werden seitdem sukzessive umgesetzt. Parallel zu den Digitalpakt-Maßnahmen laufen noch verschiedene Projekte in dieser Richtung an den Schulen. So wurden im vergangenen Jahr rund 1000 Computer in den EDV- und Unterrichtsräumen ausgetauscht. Bei Neubaumaßnahmen werden diese neuen Strukturen von Anfang an mitberücksichtigt, versicherte die Dozentin.

Die Bedarfe an der Digitalisierung sind zwischen den einzelnen Schulformen höchst unterschiedlich, darauf verwies Martina Schimmel, Schulleiterin der Sandfeldschule, in dessen Räumen das Gespräch stattfand. »Wir müssen den Kindern vor allem den Umgang mit der Schrift und dem Lesen vermitteln.« Eine gute digitale Ausstattung allein ist wenig hilfreich, sie muss kreativ in den Unterricht eingebaut werden, darüber waren sich alle Beteiligten des Gesprächs einig. Damit jedoch auch die neugeschaffene Infrastruktur dauerhaft funktioniert, erhält jede Schule ihren eigenen Server.

IT-Support aufgestockt

Für den technischen Support der digitalen Strukturen wurde die Abteilung »IT an Schulen« im Schulverwaltungsamt in den vergangenen Jahren kräftig aufgestockt. Hatte die Abteilung im Jahr 2019 gerade einmal drei Mitarbeiter, so sind es mittlerweile 13. Der IT-Support wird durch einen zentralen Helpdesk unterstützt, der montags bis Donnerstag in der Zeit zwischen 7 Uhr und 16.30 Uhr besetzt ist. »Das ist ausbaufähig, wenn der Bedarf dazu besteht«, versicherte Hinkelbein.

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