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Ein Erlebnisraum, der in die Zukunft blicken lässt

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Eine Reise in die nahe und ferne Zukunft: das Stück »Posthuman Journey«. Foto: Johanna Senger © Johanna Senger

Gießen (bj). Mit seiner ersten großen Inszenierung der Saison verspricht das Stadttheater, gleich einmal zu zeigen, was es alles kann. Schauspieler, Tänzer, ein Kammerorchester und ein Chor zählen zur Besetzung der Uraufführung von »Posthuman Journey«. In der Inszenierung von Thomas Krupa zusammengefasst sind darin drei Stücke, die der in Hongkong lebende Autor Pat To Yan in den vergangenen Jahren geschrieben hat und die bislang nur einzeln an drei deutschen Bühnen gezeigt wurden.

Zusätzlichen Reiz erhält das Stück durch seine Aufmachung: Die Stuhlreihen wurden aus dem Theatersaal entfernt, die Zuschauer können dem Geschehen stehend oder sitzend aus unterschiedlichen Perspektiven von überall im Raum aus folgen.

Der dreiteilige (von zwei Pausen gegliederte) Abend spielt auf drei Zeitebenen der nahen und fernen Zukunft, in der hochaktuelle Themen um Unterdrückung, Freiheit und Selbstbestimmung verhandelt werden. Pat To Yan hat seinen Text unter dem Eindruck der von der chinesischen Obrigkeit zunehmend unterdrückten Demokratiebewegung in Hongkong geschrieben, zugleich aber verhandelt er mit seinen Stoffen Themen, die universal lesbar sind. »Es hat mit vielem zu tun, was uns derzeit umtreibt«, kündigt die als Dramaturgin beteiligte Intendantin Simone Sterr im Pressegespräch an.

Erzählt wird zunächst von einem Mann, der sich als Fremder durch die Welt bewegt und Geschichten für die Zukunft sammelt. Für Regisseur Krupa handelt es sich dabei um ein Roadmovie, für das er eine Art Straße durch den Theatersaal legt. Während die Darsteller also im Bühnenraum unterwegs sind, kann das Publikum entscheiden, wie nah es den Akteuren dabei kommen will. Per Lichtführung und Videoprojektionen wird es dabei durch den Raum geleitet.

Der zweite Teil des Abends ist am Ende des 21. Jahrhunderts auf einem zentralen Platz verortet, behandelt Themen wie Künstliche Intelligenz und wartet mit einer Reihe von allegorischen Figuren auf. Der dritte Teil widmet sich dann einer Liebesgeschichte, während die Zuschauer durch ein großes Fenster in die ferne Zukunft schauen können. Und wieder taucht das Motiv der Reise auf, während die Erde von einem Schwarzen Loch verschluckt zu werden droht.

So werden nicht nur die Figuren der einzelnen Teile, sondern auch zahlreiche Motive miteinander verknüpft, wie Krupa ankündigt. Ein Krimi, ein Oratorium, Science-Fiction gehören ebenso dazu. Obwohl es sich um eine konzentrierte Vorlage handle, kündigte der Regisseur zugleich einen Abend an, »der auch zu einem ganz besonderen Spektakel« wird.

»Posthuman Journey« feiert am Freitag, 30. September, um 18 Uhr seine Uraufführung. Es gibt noch Restkarten. Die nächsten Vorstellungen sind am 1. bis 3. Oktober, jeweils um 18 Uhr.

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