1. Startseite
  2. Stadt Gießen

»Ein ganz toller Tag«

Erstellt:

giloka_2405_fruehlingsmar_4c
Bei bestem Frühlingswetter fand der nachhaltige Frühlingsmarkt statt. Fotos: Jung © Jung

Kleidertausch und Kunstobjekte: Viele Besucher kamen zum nachhaltigen Frühlingsmarkt auf das Gelände an den Hardtgärten in Gießen.Dabei hätte die Veranstaltung ein Adventsmarkt sein sollen.

Gießen. Aus dem geplanten Adventsmarkt auf den Hardgärten im vergangenen Jahr, der wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, wurde nun ein nachhaltiger Frühlingsmarkt. Besser hätte das Wetter nicht sein können, ein mäßiger Wind vertrieb die Schwüle der vergangenen Tage und so ließ es sich auf dem weitläufigen Gelände gut aushalten. »Man muss wieder in die Gänge kommen«, verdeutlichte Diplom-Pädagogin Martine Bodenmüller von der Arbeitsloseninitiative Gießen (ALI), die mit Holger Klaus, Geschäftsführer der Gesellschaft für Integration, Jugend- und Berufsbildung gGmbH (IJB) den Frühlingsmarkt organisiert hatte. »Menschen, die uns besuchen, haben kein Geld«, weiß die Kunsttherapeutin, doch sie wollten gerne etwas mitnehmen.

Gewinnspiel

Hintergrund für die Veranstaltung war, dass während der Corona-Pandemie viele Kunst- und Kulturschaffende finanzielle Einbußen hatten oder gar in Notlagen geraten sind und die Arbeitsloseninitiative mit dem Markt diesem Personenkreis eine weitere Gelegenheit geben wollte, Produkte und Talente zu präsentieren, »damit sie wieder ein festes Standbein bekommen,« so Bodenmüller. Auf dem kleinen Hügel unterhielten im Laufe des Tages Johnny de Ville Blues Band, Peter Herrmann & Jessica Hormann sowie das Duo »Mehr Impulse« die Gäste. Zeitweise staute es sich vor dem Essensstand, wo Kaffee und Kuchen, Waffeln, deftige Speisen und - passend zum Hintergrund der Veranstaltung - heimischer Apfelsaft angeboten wurden. Eltern und Kinder schauten gemeinsam für das kleine Gewinnspiel in die schöne Gegend mit Dünsberg, Burg Vetzberg und Burg Gleiberg und konnten dabei feststellen, dass die Burg Staufenberg als Foto auf dem Lösungsbogen zu sehen, aber beim Rundumblick nicht auszumachen war.

Als besonderes Highlight erwies sich die Ausstellung von »Artig auf Abstand« mit über 50 Objektkästen, die während der Corona-Pandemie von verschiedenen Kunstschaffenden erarbeitet wurden. Monika Wegener, die ihr privates Hilfsprojekt vorstellte, ist ausgebildete Dekorateurin. Für sie waren Schaukästen und -fenster ein in der Vergangenheit vertrautes Betätigungsfeld. Zur damaligen Zeit wurden sie noch aufwändig und nicht selten künstlerisch gestaltet. Sie waren Ziel manch eines sonntäglichen Bummels durch die Innenstadt und ihre Anziehungskraft war groß, verrät sie auf ihrer Internetseite. Das ist lange vorbei, doch »Guckkästen« faszinieren sie noch immer - inzwischen im Kleinformat, die sogenannten Schmetterlings- oder Objektrahmen. Die Künstlerin unterstützt Musik- und Kunstschaffende während der Corona-Pandemie: Vom Erlös der Rahmen werden Kulturschaffende für kleine Aufträge honoriert, weil sie durch Kontaktbeschränkungen wirtschaftlich besonders hart betroffen waren.

Hardtgärten-Rallye

Beim Fest konnten die Besucher den Kinder- und Jugendbauernhof in Augenschein nehmen, den die IJB im letzten Jahr eröffnete. Die Hardtgärten-Rallye führte in jede Ecke und Winkel des schön gelegenen Geländes. »Ein ganz toller Tag«, schwärmte eine Familie, die auf die Hardtgärten kam, »mit viel Abwechslung vom Alltag«. Und um ein wenig die Sorgen und Nöte zu vergessen. Nachhaltig einkaufen beinhaltete auch Tauschen und Wiederverwenden, wo immer dies möglich ist. Jede Menge Bekleidung fand sich auf den Ständern der Kleidertauschparty von Greenpeace Gießen: Selbst wer nichts mitgebracht hatte, musste nicht mit leeren Händen nach Hause gehen und konnte sich ein neues Outfit zusammenstellen. Ein Hingucker war auch die Ausstellung »ich - morgen - arbeitsplatz« der Arbeitsloseninitiative Gießen. 14 künstlerisch gestaltete Stühle fielen dem Betrachter sofort ins Auge. Behandelt wurde das Thema Arbeit und die Folgen der technisierten und wachstumsorientierten Arbeitswelt gerieten kritisch in den Fokus.

Die Organisation legte ihren Jahresbericht für das Jahr 2020 vor und sprach von einem schwierigen Jahr. 350 Beratungen wurden dennoch durchgeführt, allerdings während des Lockdowns nur telefonisch und per E-Mail.

Für alle, die große Einkäufe hinter sich brachten, boten die Veranstalter einen besonderen Service: Sie konnten Tüten und Taschen in den Hardtgärten verwahren lassen und nach der Veranstaltung abholen.

giloka_2405_musikfruehlin_4c
Musik von verschiedenen Künstlern begleitete durch den Tag. © Klaus-Dieter Jung

Auch interessant