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Ein ganzer Sommer für Goethe

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Vertreter zahlreicher Gruppen und Vereine, der Stadt sowie Goethe-Darsteller Jörg Naumann stellten ein Programm mit rund 70 Veranstaltungen vor. © Reeber

In Wetzlar erinnern mehr als 70 Programmpunkte vom heutigen Freitag bis zum 25. September an den Dichter, der dort große Spuren hinterließ.

Wetzlar. Er wanderte nach Garbenheim und Atzbach, besuchte einen Freund in Gießen. Wetzlar war jedoch die zentrale Station des jungen Johann Wolfgang Goethe bei seinem Aufenthalt am Reichskammergericht im Sommer 1772. 123 Tage verbrachte der damals 22-Jährige als Praktikant in der Domstadt, bevor er Richtung Koblenz weiterzog. 250 Jahre danach widmet die Stadt ihrem bekanntesten Besucher den kompletten Sommer. Das Programm umfasst über 70 Veranstaltungen, auf die Beine gestellt von 17 Vereinen und Institutionen unter Federführung von Goethe-Gesellschaft, Kulturamt und Tourist-Information.

Poetisch, musikalisch und theatralisch wird an Goethe erinnert. Zudem wird die Gastronomie Gerichte anbieten, die an den Dichter erinnern. Zur legendären Goethe-Torte gesellen sich Pralinen, Grüne Soße oder das Goethe-Schnitzel. Das Programm beginnt am heutigen Freitag mit einem Poetry-Slam unter dem Motto »Wer wird Wetzlars Dichterkönig?« um 20 Uhr in der Stadtbibliothek. Offizieller Startschuss ist dann das Straßenmusikfestival am 8. Mai um 15 Uhr auf dem Domplatz. Bis zum 25. September folgen Stadtführungen, Lesungen, Schauspiel, Vorträge und vieles mehr. Im Leitz-Park öffnet am 21. Mai die Ausstellung »Goethe, der Umweltpoet« mit Fotografien von Michael Agel. Als ein Höhepunkt dürften sich die Aufführungen von »Lotte - ein Wetzlarer Musical« im Rahmen der Festspiele erweisen. Sie finden im August und September im Lottehof statt. Am 2. Juli liest bekannte Schauspielerin Anna Thalbach im Lottehof zum Thema »Goethe, Sommer, Natur«.

Tourismusdezernent Frank Kontz (FDP) fasste bei der Pressevorstellung zusammen, dass »der Aufenthalt für Goethe den Start seiner schriftstellerischen Laufbahn zur Folge hatte.« Der »Werther« sei sein Bestseller geworden. Und für die Stadt wirke der Besuch eben dadurch nach, dass man sich bis heute Goethe-Stadt nennen und damit werben könne. Einzelne Veranstaltungen sollen über das Jubiläumsjahr hinaus fortgeführt werden, sagte Regina Maiworm, Leiterin der Tourist-Info. Fest stehe das bereits für die neue Stadtführung »Das doppelte Charlottchen«. Man habe dafür zum Glück genug Darstellerinnen. Demgegenüber fehle es an Goethes. Zwar gibt es in Person von Jörg Naumann einen Darsteller, der etwa bei Stadtführungen auftritt. »Goethe wird aber so oft nachgefragt, dass wir weitere Darsteller gebrauchen könnten«, sagte Maiworm. Genug zu tun dürfte es geben: 2024 steht das nächste Jubiläum an. Der »Werther« erschien erstmals vor 250 Jahren und Goethe könnte 275. Geburtstag feiern.

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