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Ein Geburtstagsgruß an James Bond

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Die Technik macht es möglich: Das Publikum konnte Organist Michael Gilles direkt auf die Finger schauen. Foto: Czernek © Czernek

Gießen (bcz). Filmmusik auf einer Orgel interpretiert? Dieses Experiment wagte der Regionalkantor Michael Gilles am Mittwochabend auf der Eulerorgel in St. Bonifatius: Das Ergebnis konnte überzeugen.

Da es sich um eine symphonische Orgel handelt, zeigte sich das Instrument durchaus in der Lage, ein breites Orchester nachzubilden, so wie es auch bei den einzelnen Filmmusiken erforderlich ist. Darauf wies Pfarrer Erik Wehner in seiner Begrüßung hin. Zehn Filme hatte sich Gilles ausgesucht, die er zum Ausgangsmaterial seiner Interpretationen machte. Dazu zählten die Blockbuster »Fluch der Karibik«, »Star Wars«, »Herr der Ringe«, »Der Gladiator«, »Titanic«, »Harry Potter«, »Die wunderbare Welt der Amelie« und »Das Boot«. So konnte der Organist zeigen, was dieses herrliche Instrument an Klangfülle bieten kann. Und natürlich durfte an diesem Abend exakt 60 Jahre, nachdem der erste James-Bond-Film in die Kinos kam, dessen berühmte Titelmelodie nicht fehlen, wenngleich Gilles tief in die Trickkiste greifen musste, um den bekannten Bond-Sound zu erreichen. Umrahmt wurden die genannten Titel von zwei Werken zweier Komponisten, die sich hervorragend in das Thema des Abends einreihten, ohne gleichzeitig Filmmelodien zu sein: Mit dem meditativ aufgebauten Stück »Satyagraha Act III - Conclusion« von Philipp Glass startete das Konzert. Mit dem Werk »Trivium« von Arvo Pärt wurde es beendet. Das Stück ist - wie der der Name es schon vermuten lässt - dreiteilig und verwendet ausschließlich Töne der aeolischen d-Moll-Skala.

Eindrucksvoll war auch der Einfall, dem Organisten direkt auf die Finger schauen zu können: Eine Kamera übertrug sein Spiel direkt auf eine große Leinwand in den Altarraum. Das Publikum dankte es ihm mit langanhaltendem Applaus.

Das nächste Konzert in der Reihe der Mittwochskonzerte findet am 2. November, 20 Uhr, statt. Zu hören sein wird dann Angela Metzger aus München.

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