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»Ein Mensch und ein Christ«

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Hans-Joachim Wahl zelebriert seine letzte Messfeier als Pfarrer der Gemeinde St. Bonifatius. © Czernek

Pfarrer Hans-Joachim Wahl ist mit einem Gottesdienst von der Gemeinde St. Bonifatius in Gießen verabschiedet worden. Zum Schluss gab es noch eine musikalische Überrschung.

Gießen . Mit einem Gottesdienst ist der katholische Pfarrer und Dekan Hans-Joachim Wahl am Sonntag von seiner Gemeinde St. Bonifatius und der Stadt Gießen verabschiedet worden. Zum 1. Februar hat der Geistliche das Amt des Bundespräses des Kolpingwerks in Köln übernommen. Geprägt war die feierliche Zeremonie von Dankbarkeit und gegenseitiger Wertschätzung, die sich zum Abschied auch in verschiedenen Grußworten ausdrückte.

»Wer Menschen für Gott gewinnen will, der muss sein Herz zum Pfand einsetzen«: Auf diesen Leitspruch von Adolph Kolping baute Wahl seine sehr persönlich gefärbte Predigt auf. Mit Bezug zur Bergpredigt verdeutlichte Wahl, der elf Jahre Pfarrer von St. Bonifatius war, dass man nicht auf Dank hoffen solle: »Wer Dank erwartet, kann nur enttäuscht werden.« Daher dankte er der Gemeinde nicht für ihre bloße Anwesenheit, sondern für jedes Zeichen der Treue zur Gemeinde und zur katholischen Kirche. In diesem Zusammenhang bat er auch um »Vergebung für das, was dadurch geschehen ist, dass Menschen an den Ecken und Kanten meiner Person verletzt worden sind. Ich weiß darum und es wird mir immer wieder schmerzhaft bewusst«, fand Wahl ehrliche Worte. Eine besondere Überraschung hatten sich einige Gemeindemitglieder um Christoph und Cordula Thörmer ausgedacht. Sie hatten den Text »Stammbaum« der Gruppe »Bläck Fööss« umgedichtet und alle Anwesenden konnten in den Refrain einstimmen: »So sind wir heut’ zu Dir gekommen / Wir wünschen Dir - alles Glück der Welt / Wir haben durch dich viel gewonnen / Du bist wie du bist, ein Mensch und ein Christ / Darum wirst Du jetzt schon vermisst.« Gerade die Zeile »Du bist wie du bist, ein Mensch und ein Christ« passte sehr genau zum Charakter des Dekans, der sich sehr für jede Form der Ökumene einsetzte. Ganz bewusst verwies Hans-Joachim Wahl auch noch einmal auf die beiden Gemeinsamkeiten der Christen: die Taufe und das »Vaterunser«.

Für das vertrauensvolle Miteinander von katholischer und evangelischer Kirche dankte Frank-Tilo Becher: «Ich habe Sie als evangelischer Dekan kennengelernt und verabschiede Sie als Oberbürgermeister der Stadt Gießen.« Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt überbrachte die besten Wünsche des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf und hob vor allem Wahls soziales Engagement im Caritasverband hervor, da er dort jahrelang als Aufsichtsratsvorsitzender agierte.

Sven Kuczera lobte den Pfarrer stellvertretend für die Jugend von St. Bonifatius für »sein stets offenes Ohr«. Und fügte hinzu: »Sie haben immer einen Platz an unserem Lagerfeuer.« Sylvia Schmidt, Vorsitzende des Gesamtgemeinderats des Pfarreienverbunds, wiederum versicherte: »Ihr Wirken wird noch lange bei uns zu spüren sein«.

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